324 A. Augustinus Bekenntnisse.
übrigen künftig, wenn der letzte, so sind die übrigenvergangen, und wenn einer von den Mittlern Tagen,so ist er zwischen vergangenen und künftigen. Sieheschon ist aber die gegenwärtige Zeit, von welcher wirfanden, daß man nur sie allein lang nennen könne,auf die Dauer kaum eines Tages beschrankt; aberauch diesen laß uns theilen. Denn auch nicht malEin Tag ist ganz gegenwärtig. Denn er enthalt derTag - und Nachtstunden im Ganzen vier und zwanzig,deren erste die übrigen als künftige, die letzte die an-dern als vor ihr vergangene, jede der zwischenliegendenvor ihr vergangene und nach ihr kommende hat. Undselbst jede einzelne Stunde bewegt sich durch flüchtigeTheilchen. Was von ihr entflohen, ist vergangen;was von ihr noch zurück, ist künftig. Wenn mansich daher eine Zeit denkt, welche in gar keine, oderdoch nur in die kleinsten Theilchen von Augenblickensich theilen laßt, so ist es diese allein, die man diegegenwartige Zeit nennen kann. Sie aber fliegt mitso reißender Schnelle von dem Künftigen ins Ver-gangene hinüber, daß sie auch nicht durch die geringsteZögerung ausgedehnt werden kann. Denn wird sieausgedehnt, so thcilt sie sich in Vergangenheit undZukunft; die Gegenwart aber hat keine Ausdehnung.Wo ist also die Zeit, die wir eine lange nennen kön-nen? Vielleicht die künftige? Wir sagen ja aber nicht:sie ist lang, weil noch nicht ist, was lang ist; sondernwir sagen: sie wird lang sein. Wann wird sie alsolang sein? Wenn sie auch da, wo sie noch künftigist, nicht lang sein kann; weil das, was lang sein soll,