303 A. Augustinus Bekenntnisse.
mit du uns, weil du angefangen, ganzlich befreiest,auf daß wir aufhören, elend zu sein in uns, und ver-herrlicht werden in dir; denn du hast uns ja beru-fen, damit wir sein arm im Geiste, sanftmüthig undtraurend, hungernd und durstend nach Gerechtigkeit,barmherzig, reines Herzens und sriedsam. Sieh man-ches, was ich könnt' und was ich wollte, Hab' ich direrzahlt. Du zuerst wolltest ja, daß ich es dir, meinemHerrn und Gott, bekennte; weil du bist gut, denn ewigwahret deine Barmherzigkeit.
Wann aber wcrd' ich im Stande sein durch derFeder Sprach' auszudrücken alle deine Anmahnungcnund alle deine Schrecken und Tröstungen und Len-kungen, durch welche du mich dahin führtest, deinWort zu verkündigen und dem Wolke dein Heilsmittelzu spenden? Und vermocht' ich auch dieses der Reihenach herzuzahlen, so sind mir die Augenblicke theuer,und langst schon entbrenn' ich zu betrachten in deinemGesetze und in ihm dir meine Wissenschaft und Un-kunde, die Anfange deiner Erleuchtung und die Restemeiner Finsternisse zu bekennen, bis von der Starkedie Schwache verschlungen wird. Und ich will nicht,daß die Stunden, welche ich frei finde von der Noth-wendigkeit der Stärkung des Körpers, und von derAnstrengung des Geistes, und von den Diensten,welche wir den Menschen verschulden, und wenn auchnicht verschulden, doch gleichwohl leisten, — mit etwasanderm verfließen. .
Herr, mein Gott! merk' auf mein Gebet, unddeine Barmherzigkeit erhöre mein Verlangen; denn