206 A. Augustinus Bekenntnisse.
setz' auch das Mette hinzu, ob er Ehebruch begehe,da auch hier kein Hinderniß ist: wenn Alles in EinemZeitpunkt zusammentrift, und gleiche Begier vorhandenist, nach diesem Allem, das doch nicht zugleich ausge-übt werden kann: (denn diese vier sich widerstrebendeWillen, oder auch mehrere, da die Menge der begehr-ten Dinge so groß ist, zerreißen das Gemüth, unddoch erkennen sie nicht eine solche Vielheit verschiednerSubstanzen) — so bei guten Willen. Denn ich sragesie, ob es . gut sei, sich zu erfreuen, am Lesen desApostels, oder ob es gut sei, sich an einem herzlichenPsalm zu erfreuen, oder ob es gut sei, über das Evan-gelium zu reden? Sie werden auf jedes antworten: gut.Wie, wann alles dies uns gleich an sich zieht, zugleich,und zu Einer Zeit, erregen dann nicht verschiedeneWillen des Menschen Herz, indem er überlegt, waser ergreife? Und alle sind gut, und streiten mit einan-der, bis Eins erwählt wird, worauf sich der EineWille ganz wendet, der in mehrere getheilt ward. Soauch, wann Freude an der Ewigkeit uns erhebt, unddie Lust am zeitlichen Gut uns niederhält, ist es dienemliche Seele, die nicht mit ganzem Willen dies oderjenes will: und darum zerreißt sie schwerer Kummer,indem sie aus Überzeugung Jenes vorzieht, Dies ausGewohnheit nicht auszieht.
So war ich krank und gepeinigt, mich selbst an-klagend heftiger als je, und mich walzend und win-dend in meinem Bande, bis es ganz zerbräche, wasmich jetzt nur schwach noch hielt: aber noch hielt es.Und du drängtest mich in meinem Innersten, Herr,