A. Augustinus Bekenntnisse.
er aber auch dies hinzusetzte, daß, da zu den Zeitendes Imperators Iulianus durch ein Gesetz den Chri-sten verboten war, Wissenschaften und Redekunst zulehren, er diesem Gesetze gefolgt war', und lieber derSchule Geschwätz, als dein Wort, wodurch du dieZungen der Unmündigen sprechen machst, hatte ver-lassen wollen; da erschien er mir weniger stark alsglücklich, weil er Gelegenheit sand, dir ungestört zudienen. Dahin strebt' auch ich, gefesselt, nicht vonfremdem Eisenbande, sondern von meinem eisernenWillen. Mein Wollen hielt der Feind gefangen, undeine Kette hatt' er daraus gemacht, und mich umschlun-gen: Denn aus verkehrtem Willen entsteht böse Be-gier; und wahrend man böser Begier dient, entstehtböse Gewohnheit; und widersteht man nicht der Ge-wohnheit, entsteht Nothwendigkeit. So, wie mit ver-bundenen Ringen (weshalb ichs eine Kette nannte)hielt mich harte Dicnstbarkeft umschlungen. Der neuin mir entstandene Wille dir mit Lust zu dienen unddeiner zu genießen, o Gott, einzige sichere Wonne,war noch nicht stark genug, den ersten durch AlterStarken zu bekämpfen. So waren zwei Willen in mir,ein alter und ein neuer, jener fleischlich, dieser geistig,die mit einander stritten, und durch ihre Uneinigkeitmeine Seele zerrissen. So erkannt' ich's aus eignerErfahrung, was ich gelesen hatte, wie das Fleischstrebte gegen den Geist, und der Geist gegen dasFleisch. In beiden war freilich Ich, aber mehr Ichin dem, was ich in mir guthieß, als in dem, was ichin mir nicht guthieß. Denn hier war nun nicht mehr