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Bekenntnisse
Entstehung
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190
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190 A. Augustinus Bekenntnisse.

Geschöpfe sich stets um dich her freuen, wie geschiehtes, daß dieser Theil deiner Schöpfung mit Ab- undZunahme wechselt, mit Entfernung und friedlicher An-näherung? Ist dies der Schöpfung Eigenheit, und hastdu es ihr so verliehn, als du von der Höhe des Him- Imels bis zum Untersten der Erde, vom Anbeginne bis !zum Ende der Zeiten, vom Engel bis zum Gewürms,von der ersten Regung bis zur letzten, alle Gattungendes Guten, alle deine gerechten Werke, jedes an seineStelle ordnetest, und jedes zu seiner Zeit hinstelltest?O! wie hoch bist du in der Höhe, und wie unergründ-lich im Unergründlichen! Und nirgend wendest dudich hinweg, und kaum kehren wir zu Dir!

Wohlan, Herr! auf! erweck' uns, und ruf unszurück! Flamm' auf, und werd' uns süß! So liebenwir dich, und eilen wir zu dir. Kehren nicht Vieleaus tieferem Schlünde der Blindheit, als der des Vik-torinus war, zu dir, und gelangen hin, und werdenerleuchtet, Licht empfahend, und erhalten, wo sie esempfahcn, die Kraft, deine Kinder zu werden? Abersind sie minder den Völkern bekannt, so ist minder dieFreude derer, die sie kannten. Denn erfreut man sichmit Vielen, so ist auch bei den Einzelnen die Freudegrößer, weil Einer den Andern erwärmt und entflammt.Sind sie ferner Vielen bekannt, so sind sie auch Vie-len ein Vorbild zum Heil, und die Vorgänger vielerFolgenden: und dies schafft ihnen viele Freude, sowohlüber ihre Nachfolger als über ihre eignen Vorgänger,weil sie sich nicht über Einzelne freuen.