Druckschrift 
Bekenntnisse
Entstehung
Seite
167
Einzelbild herunterladen
 

Siebentes Buch.

167

Jesus sich beugen sollten alle Kniee, die im Himmel,auf der Erd', und unter der Erden sind, und alleZungen bekennen sollten, daß Jesus der Herr sei inder Glorie Gottes des Vaters: das enthalten dieseSchriften nicht. Denn: Daß vor allen Zeiten undüber alle Zeiten dein eingeborner Sohn unwandelbarmit dir gleichewig bleib', und die Seelen es von sei-ner Füll' empfangen, daß sie selig sein, und durch dieTheilnahm' an die immer für sich bestehende Weisheitgeläutert werden, weise zu sein: das steht dort.Daß er aber in der Zeit für die Gottlosen starb, unddu deines einzigen Sohnes nicht schontest, sondern ihnhingabst für uns Alle: das steht dort nicht. Denndu verbargst dies den Weisen, und offenbartest es denUnmündigen, auf daß die Mühseligen und mit ArbeitBelasteten zu ihm kamen, und er sie erquickte, weil ersanftmüthig ist und demüthig von Herzen. Und erführt die Sanftmüthigen in Gerechtigkeit, und er lehrtdie Mildem seine Wege, schauend auf unsre Demuthund unsre Mühseligkeit, und vergebend all' unsre Sün-den. Die aber aufgeblasen sind, prunkend wie miterhabnerer Lehre, Hörens nicht, wann er spricht; Lerntvon mir, denn ich bin sanftmüthig und demüthig vonHerzen, und ihr werdet Ruhe finden für eure See-len ! Obwohl sie Gott erkennen, ehren sie ihn nichtals Gott, noch danken ihm, sondern gehen irre in ihrenEinbildungen, und verfinstert wird ihr unweises Herz.Sich haltend für weise, sind sie Thoren geworden.

Und darum fand ich 'auch dort verwandelt dieHerrlichkeit de.ner Unverganglichkeit in Götzcngestalt