162 A. Augustinus Bekenntnisse.
siel aufgelöst zusammen. Ich strebte sofort den Fir-minus von jenem Aberglauben zu heilen, indem ichihm sagt', ich hatte, um aus seiner Konstellation Wah-res zu verkündigen, zugleich dort den vornehmen Standseiner Eltern sehen müssen, den Adel seines Geschlechts,der Eltern freie Geburt, seine würdige Erziehung, undUnterweisung in den Wissenschaften. Aber wenn michjener Knecht über diese Konstellation, die mit der sei-nigen völlig gleich wäre, gefragt hatte, so hatt' ichwiederum, um Wahrheit auszusagen, dort seine so nie-drige Geburt, sehen müssen, seinen Knechtsstand unddas Übrige von dem Borigen weit verschiedene. Wiegeschah' es nun,' daß ich aus derselbigen KonstellationVerschiedenes sagen müßte, wollt' ich Wahres sagen,und daß ich Falsches sagte, sagt' ich dasselbe? Ichschloß daraus mit Gewißheit, daß Jenes, was wahraus den Konstellationen gesagt würde, nicht durchKunst gesagt würde, sondern durch Zufall, und wasfalsch, nicht durch Unkunde, sondern durch des Zu-falls Trug.
Da mir nun so die Bahn gebrochen war, undich über das Gehörte nachdachte, wandt' ich, auf daßnicht der Thörrichten Einer, die jenes Gewerbe trie-ben, und die ich nun zu widerlegen und zu verspottenwünschte, mir den Einwurf macht', als wenn Firmi-nus mir, oder ihm sein Vater Falsches erzahlt hatte,meine Betrachtung auf solche, die Zwillinge geborenund gewöhnlich so schnell nacheinander des Mutter-leibes entlöst werden, daß die kleine Zwischenzeit, wel-chen Einfluß sie auch wirklich haben soll, doch für die