156 A. Augustinus Bekenntnisse.
der Teufel der Urheber, woher der Teufel selbst?Wenn er auch durch den verkehrten Willen aus gutemEngel Teufel ward, woher dann in ihm selbst derböse Wille, durch den er Teufel ward, wofern derganze Engel von dem besten Schöpfer gut geschaffenward? In diesen Gedanken ward ich wiederum nie-dergedrückt und erstickt; aber ich versank nicht bis injenen Abgrund des Jrrthums, wo keiner dir bekennenwird, indem man wähnt, Du littest vielmehr das Bös,als daß der Mensch es thate.
So strebt' ich nun auch das Übrige zu finden,wie ich es schon gefunden hatte, daß besser das Un-versehrbare war', als das Versehrbare, und deßhalbbekannt' ich, daß Du, was du auch warst, unversehr-bar warst. Denn keine Seele konnte je, oder wird jeetwas Keffers denken können, als dich, der du dashöchste und beste Gut bist. Weil aber höchst wahrund gewiß das Unversehrbare dem Verschrbaren vor-gezogen wird, wie auch ich es schon vorzog; so konn-ten schon meine Gedanken etwas erreichen, das besserwar als drfi mein Gott, wenn du nicht unversehrbarwarst. Wo ich daher sah, daß das Unversehrbare demVersehrbaren vorzuziehen wäre, so mußt' ich dich dortsuchen, und von dorther forschen, woher das Böse,das ist, die Versehrbarkeit, wäre, die deine Substanznie ergreifen kann. Denn durchaus keine Versehrbar-keit ergreift unfern Gott, durch keinen Willen, keineNothwendigkeit, kein Ungefehr, weil es Gott ist, undwas er will, gut ist, und er selbst dasselbe Gut ist.Versehrbarkeit aber ist kein Gut. Auch nicht wider