Sechstes Buch.
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deine Rechte da, mich aus dem Kothe zu reißen undabzuwaschen, und ich wüßt' es nicht. Auch hielt nichtsmich zurück von tieferem Sturz in die Wollust desFleisches, als des Todes und deines künstigen Ge-richts Furcht, die zwar nach mancherlei Meinungen sichwandelte, aber nie aus meinem Busen wich. Und ichredete mit meinen Freunden Alypius und Nebridiusvon dem Wesen des Guten und des Bösen, und er-klarte, mein Geist würde dem Epikurus die Palmegereicht haben, rvenn ich nicht geglaubt hatte, daßnach dem Tode das Leben der Seele fortdauerte, undeine Vergeltung des Verdienten wäre, was Epikurusnicht glauben wollte. Und ich fragte: Wenn wir un-sterblich waren, und in ewiger Leibeswollust, ohneFurcht sie je zu verlieren, lebten, warum wir dennnicht glückselig waren, und was anders wir denn nochbegehrten? Und ich wußte nicht, daß eben dies mei-nes Elends Größe ausmachte, daß ich nicht zu denkenvermochte das Licht der Tugend, und der um ihrerselbst willen zu liebenden Schöne, die nicht das Augedes Fleisches sieht, sondern nur das Innerste schallet.Und ich Elender bedachte nicht, aus welcher Ader esmir flösse, daß ich über dieses wirklich so schandliche,so friedlich redete mit meinen Freunden. Und ohnediese Freunde könnt' ich ja nicht glücklich leben unge-achtet meines zu jeder fleischlichen Wollust gestimmtenSinnes; und diese Freunde liebt' ich ohne Eigennutz,und fand daß sie mich wieder liebten ohne Eigennutz. —O welch ein Irrweg! Weh der verwegnen Seele,die da hofft, etwas Besseres zu erfassen, wann sie von