146 A. Augustinus Bekenntnisse.
alsdann in die selbige Sklaverei zu fallen, deren erstaunte, weil er einen Bund eingehn wollte mit demTode. Und wer die Gefahr liebt, fällt in dieselbe.Denn uns beide reizte nur schwach, was in Leitungdes Hauswesens und in Erzeugung und Erziehung derKinder lobenswürdiges ist. Aber vorzüglich und ohneMaaß plagte mich Gefesselten die gewohnte Befriedi-gung unzubefriedigender Fleischesbegier, ihn aber zogVerwunderung hin zu den Fesseln. So waren wir,bis Du, .Höchster uns Erde nicht verlassend, der Elen-den dich erbarmtest, und auf wunderbare und verborgneWeisen zu Hülfe kamst.
Und unablässig ward an meiner Vcrehlichung ge-arbeitet. Schon hielt ich um ein Weib an; sckonward es mir versprochen, worunter vorzüglich meineMutter sich Mühe gab, daß ich, auch verehlicht, abge-waschen würde durch heilbringende Taufe, der sie vollFreude mich taglich nahern sah/erkennend, wie ihreWünsch' und deine Verheißungen in meinem Glaubenerfüllt wurden. Aber obschon sie sowohl auf meinBitten, als eignem Verlangen gemäß, mit lautemRufe des Herzens zu dir flehte, daß du ihr in einemGesicht einiges von meiner künftigen Ehe zeigtest,nie erhörtest du sie. Sie sah einige eitle Gebilde, dieihr menschlicher Geist sich schuf, der dieser Dinge vollwar. Und sie erzählte mir das, nicht mit dem Zu-trauen, wie sie es pflegte, wann du ihr etwas zeigtest,sondern mit Verachtung. Denn sie unterschied' es,sprach sie, an ich weiß nicht welcher Eigenheit desGefühls, die sie nicht durch Wort' auszudrücken ver-