116 A. Augustinus Bekenntnisse.
Was ferner Jen' in deinen Schriften getadelt hat-ten, ließe sich, glaubt' ich, nicht vertheidigen; dochwünscht' ich zuweilen, mit einem jener Bücher voll-kommen kundigen Mann über die einzelnen Stellenmich zu unterreden, und zu hören, was er darüberdachte. Denn schon zu Karthago hatten die Redeneines gewissen Helpidius, die er öffentlich gegen dieManichäer hielt, Eindruck auf mich gemacht, wann ersolche Stellen aus den Schriften vorbrachte, denenman nicht leicht widersprechen konnte: und grundlosschien mir dann die Antwort Jener. Doch gaben siediese nicht leicht öffentlich, sondern uns insgeheim; siesagten nemlich, daß die Schriften des neuen Testa-ments verfälscht waren, ich weiß nicht von welchen,die der Juden Gesetz dem christlichen Glauben bei-mischen wollten: und dennoch zeigten sie selbst keineunverfälschte Abschrift vor. — Aber gefesselt und er-stickt drückten mich bei meinen Körpervorstellungenjene Massen nieder, worunter keuchend ich die helleeinfache Luft deiner Wahrheit nicht einathmen konnte.
Fleißig hatt' ich nun das Geschäft begonnen,weßhalb ich nach Rom gekommen war, nemlich dieRedekunst zu lehren: und zuerst sammelt' ich einige inmein Haus, denen und durch welche ich bekannt zuwerden ansing. Und sieh! ich fand verschiedenes zuRom, was ich zu Karthago nicht zu erdulden hatte.Denn daß in der That dort jene Stürmereien wilderJünglinge keine Statt hatten, deß ward ich bald über-zeugt. Aber unversehns, um den Lohn dem Lehrernicht zu zahlen, vereinen sich mehrere Jünglinge, und