114 A. Augustinus Bekenntnisse.
der Manichaer Bücher voll sind. Jndeß pflog ich dochmit Jenen engere Freundschaft, als mit anderen Men-schen, die dieser Ketzerei anhingen. Ich' vertheidigtesie nicht mehr mit der vorigen Hitze: aber ihre Freund-schaft (denn Rom birgt ihrer Bicle) machte mich trag,Anderes zu forschen: Vorzüglich da ich verzweifelte, indeiner Kirche, Herr des Himmels und der Erde, Schö-pfer aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge, dasWahre finden zu können, wovon mich jene abgewandthatten.
Und sehr schandlich schien es mir, zu glauben,du hattest Gestalt des menschlichen Fleisches, und diekörperlichen Umrisse unsrer Glieder umgranzten dich.Doch weil ich, meinen Gott denkend, nichts andersals Körpermassen zu denken wußte, (denn mir schiendas nichts zu sein, was nicht derlei war) so war diesdie größte und fast einzige Ursache meines unvermeid-lichen Jrrthums.
Denn dies veranlaßte mich, auch eine gewisse kör-perliche Substanz des Bösen zu glauben, die eine haß-liche und unförmliche und rauhe Masse hatte, welchesie Erde nannten, oder eine dünne und feine wie dieLustmasse, welches böse Wesen als durch jene Erdeverbreitet sie sich einbildeten. Und weil eine gewisseFrömmigkeit mich glauben hieß, daß der gute Gottkeine böse Natur erschaffen hatte, dacht' ich mir zweisich cntgegenstrebende Massen, unendlich beide; dochdie böse kleiner, die gute größer: und aus diesem gif-tigen Quell flössen meine übrigen Gottlosigkeiten her.Denn da mein Geist sich sehnte,- zum katholischen