96 A. Augustinus Bekenntnisse.
die Schatten: und sich! Alles ist schön um sie her,und sie selbst sind haßlich. Und was schadeten sie dir,oder worin verunehrten sie deine Herrschast, die ge-recht und unangetastet ist, vcn des Himmels Schö-pfung bis heut? Denn wohin slohn sie, fliehend volldeinem Antlitz? oder wo findest du sie nicht? Abersie flohn, auf daß sie dich, der sie sieht, nicht sahen,und so verblendet dennoch auf dich trafen, weil dunichts verlassest, was du schufst; daß sie auf dich tra-fen, die Ungerechten, und mit Recht gestraft wür-den, — sich entziehend deiner Gelindigkeit, und tref-fend auf deine Strenge, — und in ihre Plage stürz-ten. Sie wissen wohl nicht, daß du allenthalben bist,Du, den kein Raum umfaßt, und stets gegenwartigbist auch denen, die weit fliehen von dir. Mögen siesich also bekehren, und dich suchen, weil nicht, wie siedich ihren Schöpfer verließen, also auch Du deineSchöpfung verließest. Bekehren sie sich, und suchendich: und siehe! du bist in ihrem Herzen, im Herzenderer, die dir bekennen, und sich in deine Arme wer-fen, und an deinem Busen weinen nach ihren müh-samen Wegen; und du Milder trocknest ihre Thranen,auf daß sie desto mehr weinen, und sich erfreuen inZähren: denn Du, o Herr! nicht ein Mensch, Fleischund Blut, sondern Du, o Herr! der du sie schufst,erquickest und tröstest sie. Und wo war ich, als ichdich suchte? Du warst vor mir: Ich aber war sogarvon mir selbst gewichen, und fand Mich nicht, wieviel weniger Dich?