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Bekenntnisse
Entstehung
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92
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92 A. Augustinus Bekenntnisse.

wenn er weniger groß und weniger schön wäre,nichtsdestoweniger Körper wäre. Falschheit war», wasich von dir gedachte, nicht Wahrheit; Erdichtungenmeines Elends, nicht Grundvesten deiner Seligkeit.Denn du wolltest, und so geschah es in mir, daß dieErde Disteln und Dörncr mir trüg', und ich mit Ar-beit mein Brod gewänne.

Und was nutzet' es mir, daß ich alle Schriftenüber freie Künste, während ich selbst ein schandlicherSklav böser Begierden war, allein las und verstand,so viel' ich deren lesen konnte? Und ich freute michihrer, und wußte nicht, woher das Wahre und Ge-wisse in ihnen käme: Denn den Rücken hatt' ich ge-gen das Licht, und gegen das Beleuchtete das Ant-litz; daher war mein Antlitz, womit ich das Beleuch-tete sah, selbst unbeleuchtet. Was ich von der Kunstzu reden und abzuhandeln, was ich von den Aus-messungen der Figuren, und von der Musik und vonden Zahlen ohne viele Beschwerd' und ohne einesMenschen Zuthun begriff, weißt du, Herr mein Gott,weil auch die Geschwindigkeit des Begriffs und derScharfsinn der Entwickelung deine Geschenke sind:aber ich opferte sie dir nicht auf. Dcßhalb dientensie mir nicht zum Nutzen, vielmehr zum Schaden,weil ich einen so guten Thcil meiner Substanz ineigner Gewalt zu haben begehrte. Und meine Stärkehielt ich nicht zu dir, sondern reisete in fernes Land,auf daß ich sie verpraßt' in Hurerischen Begierden.Denn was nutzte mir eine gute Sache, da ich sienicht gebrauchte? Denn ich merkt' es nicht, daß jene