52 A. Augustinus Bekenntnisse.
sicher windiger Absicht, nur der menschlichen Eitelkeitzu fröhnen, hervorzuragen strebte. Und nach der ge-wöhnlichen Lehrordnung kam ich an ein gewisses Bucheines gewissen Cicero, dessen Sprache fast alle bewun-dern, nur nicht also dessen Herz. Aber das Buchselbst enthalt eine Anmahnung zur Philosophie, undist Hortensias benannt. Dies Buch nun wendetemeine Neigung um, und wendete zur dir, o Herr,mein Gebet, und wandelte meine Wünsch' und Be-gierden. Werthlos ward mir schnell alle eitle Hoff-nung: und mit unglaublichem Herzensdrang begehrt'ich der Weisheit Unsterblichkeit: und ich stand schonauf, um zu dir zurückzukehren. Denn nicht um meineSprache zu verfeinern, — was ich aus meiner MutterKosten in meinem neunzehnten Jahre dort erkaufensollte, indem der Bater bereits vor zwei Jahren ge-storben war, — nicht um meine Sprache zu verfei-nern, benutzt' ich jenes Buch: nicht Redekunst, sondernÜberredung dessen, was es sprach, schöpft' ich daraus.
Wie brannt' ich, mein Gott, wie brannt' ich,vom Irdischen zu dir zurückzufliegen! Und ich wußtenicht, was du mit mir vorhattest. Denn bei Dir rstWeisheit! Die Liebe zur Weisheit aber hat den grie-chischen Namen Philosophie, wodurch mich jenes Werkanfeuerte. Es gibt deren, die durch die Philosophieverführen, mit großem lockendem ehrvollem Namenihre Jrrthümer beschönigen und schminken: und fastalle, die damals oder vorher dahin gehörten, werdenin jenem Buche kennbar gemacht und bezeichnet; auchzeigt sich dort die Heilbringende Ermahnung deines