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Bekenntnisse
Entstehung
Seite
22
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32 A. Augustinus Bekenntnisse.

gegen dich, und dem Untreuen scholls ringsher: Rechtso! denn die Freundschaft dieser Welt ist Untreue ge-gen dich; und Recht so! sagt man, damit der Menschsich schäme, wenn er nicht also ist. Und ich beweintedieß nicht; sondern ich beweinte der Dido Selbstmord,mich selbst mordend, da ich dich verließ, und Erdehinsank zur Erde. Und verbot mans mir, Jenes zulesen, so trauert' ich, weil ich nicht lesen durfte, weß-halb ich trauerte. Solchen Unsinn hielt ich für fei-neres und nützlicheres Studium, als schreiben undlesen lernen.

Aber nun schreie, mein Gott, in meiner Seele,und deine Wahrheit sage mir: Es ist nicht also! Esist nicht also! Das erste Studium ist weit besser!Denn sieh, ich bin bereiter, Aeneas Irren zu vergessenund alles diesesglcichen, als das Schreiben und Lesen.

Doch es hangen Tücher an den Schwellen gram-matischer Schulen: aber die bedeuten nicht so sehr dieWürde der Kunst, als die Decke des Jrrthums. Nichtschreien gegen mich mögen die, welch' ich jetzt nichtfürchte, da ich dir bekenne, was meiner Seele gefallt,mein Gott, und weile bei der Rüge meiner bösenWeg', auf daß ich deine guten Wege liebe. Nichtschreien gegen mich mögen die Verkaufer der Gram-matik, noch ihre Kaufer: denn wenn ich sie frage, obswahr sei, wie's der Dichter sagt, daß Aeneas einst genKarthago kam, so werden die Ungelehrten antworten,sie wüßtens nicht; die Gelehrten es aber geradezuleugnen. Doch frag' ich, mit welchen Lettern manAeneas Namen schreibe, antworten Alle, die dies er-