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Die Unrugher : Versuch eines Anfanges zur Stoffsammlung für die Unruh'sche Familiengeschichte
Entstehung
Seite
395-396
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genommen. Als sein Enkel, Anna Luises Gatte22. 1. 1774 starb, meldete sich sofort der Vor-mund ihrer Kinder 1fr. v. Burgsdorf-Siebingen,um es für die seinigen in Lehn zu nehmen.DieVrdcnsmarschallin" blieb aber durch einenvergleich r>om 1. 3. 75 mit den Kindern daraufsitzen. Dort heiratete sie 15. 16. 1786 denGberstwachtmeister Fridrich Wilhelm polentz,der aber noch im selben Jahre starb. InDöbbernitz fand auch die unverheiratet gebliebeneandere Tochter Ehristine Gottliebe bisan ihr Lebensende Zuflucht und Unterhalt.

von Alexanders Söhnen war der zweitenamens Alexander» grade als Junker an-genommen, er starb als die Einberufung ebeneingetroffen war.

Der nächste Sohn Milbelm Sigmundstarb 1765 unverheiratet in Striche, dorthinvom Garde-Rgt. Tauentzien aus Breslau aufUrlaub gekommen. Der jüngste, Adam.Vogislaus, stand anfangs in demselben Rgt.,brachte es im Rgt. Erlach (46) zum Pr.-Ltnt.36. 9. 1778 und starb unverheiratet in Liegnitz2. 16. 85.

Der älteste Sohn Qbriltok Kallalar, gtft.15. 6. 1736, -st 16. 3. 1794, war sächsischerKadett gewesen, heiratete aber schon 1766Hobanne Zfrtdrike Tbarlotte Stosch, Adoptiv-

Tochter des -st Georg Gtto Stosch und HenrietteLharlotte Richter. Ihr erstes Kind warTbarlotte Solle Meonore, gtft. in Birnb.15, 4, 1761. Vater Alexander schenkte 1761auch ihr 2666 st. und die jungen Leute wirt-schafteten anfangs in Striche. 1664 kaufte derjunge Christof Baltasar Klein-Gandern imSternbergschen und übernahm den erwähntenväterlichen Anteil Grabow. Bald ließ er sich,wie er in einer Vitt- und Beschwerdeschrift vom2. 7. 1776H an das Berliner Kabinett sagt,durch Major Stentsch überreden, ihm Kl.-Gandernzu verkaufen und da dieser Zahlung in sichereAussicht stellte, kaufte er selbst statt dessen dasHauxtgut Grabow. Die Zahlung blieb aberaus, er konnte nun auch nicht zahlen, wurdeobenein von Stentsch verklagt, der indessen Kl -Gandern nutzte und alles auf Zinsen schuldigblieb. 8, 4. 1767 schreibt hilfesuchend Ehr f.Bali.: sein Besitz sei bis auf 2 Pferde und1 Kuh, die er aus Polen mitgebracht, von allementblößt. Das lvohnhaus habe er erst not-dürftig in Stand setzen niüssen, ebenso daseinzige Wirtschaftsgebäude, aber es fehlen alleStälle und Scheunen, die er zu bauen verpflichtet,aber ohne Mittel sei. Dabei solle er für seinGeld 12 Vchsen, 6 Kühe und 466 Schafe alsLehnsinventar anschaffen. So ging es natürlichabwärts. Als 25. 4. 1772 der Revisor derGrdenslehne, wozn auch Grabow gehörte, dort-hin kam, stand bereits Konkurs vor der Sonnen-burger Grdensregierung an. Lr fand nichteinmal den Sequester Malade der stand alsMusketier beim Rgt. Ramin Infi. sondernnur dessen Frau. Diese entschuldigt den wüsten

St. A, Bertin Np. ss. sts.

Instand, sie habe vor 5 Wochen übernommen,als die Ereditores den v. U, exmittieren ließen,alles kahl vorgefunden, nicht einmal Brot imHause.

Wo nun Christof Baltasar mit denSeinigen die nächsten 16 Jahr geblieben, istnoch unermittelt, anscheinend in Sternberg, denndort wurde 11. 12. 1772 ein Sohn Hobanngeboren, der aber bald gestorben zu sein scheint.Sie kamen aber schließlich zuH etwas Geld, daihnen Gräfin Sofie Hedwig Rotenburg, gb. Richt-hofen, 11.11.82 testamentarisch eine Hypothek von4266 Thlr. hinterließ, vom Grdensgut Gr.Kirschbaum, wovon die Neumärker U.s schoneinmal einen Teil besessen, besaßen damalsRittmstr. Seydlitz und Ioh. Sigmd. Reitzensteinein viertel, das sie nun dnrch Verträge vom26. 6, und 14. 9. 1785 für 6666 Thlr. anChristof Baltasar verkaufen. Die 4266 Thlr.Hypothek wurden in Zahlung gegeben, 966 Thlr.angezahlt, restliche 966 Thlr. blieben hypoth.stehen. Der noch unmündige Sohn TbriltokMlliielm Sigmund und seine Mutter wurdengleich mitbelshnt. Das Geld reichte aber nicht,alsbald wurden 466 Thlr. vom KammerdirektorStubenrauch auf Hypothek entliehen.

Christof W. S. hatte Soldat werden sollenund war 22, 6. 95 als Fähnrich zum neuerrichtetenInf.-Rgt. Grevenitz (57) nach Glogau einberufen.Es war sein Unstern, daß er 13. 7. 95 ver-zichtend ablehnte.

Als Christof Baltasar 16. 3. 1794 starb, warder älteste Sohn Carl Alexander gb. ... 9. 62Ltnt. im 3. Musket. Bat, Graf WartenslebenInf. Rgt. in Striegau. Er schreibt 21, 9, 1796an die Grdensregierung, da seine Mutter 2. 4.96auch gestorben sei, bitte er das Gut seinem jün-geren Bruder Chrf. Wilh. Sigmund zu belehnen,er und seine (jüngere) Schwester TbarlotteSolle iCleonore wolle das Erbteil zu M/gstehen lassen. Es ging aber von Anfang annicht gut. Die Belehnung 2) wurde erst 16. 7. 97ausgefertigt; schon 15. 2. 97 fordert Carl Ale-xander seine 1133 Thl. 8 gr. baar heraus. DieSchwester hatte inzwischen den Kgl. KommissarBartsch geheiratet, der damals in Nossamice inSüdpreußen bei Petrikau angestellt war. Siefordert nun auch 1. 2. und 8. 7. 97 dringendihre 366 Thl. 16 sgr., 1666 Thl. hat sie schonerhalten.

Was blieb Christof Wilhelm übrig? er nahmvom Holzhändler Thieme in Leichholz, späterMühlenmeister zu Topper, das Geld auf, ergabsich aus Verzweiflung, alle die Sinsen nicht auf-bringen zu könnrn, dem Trunk, lieh aber zu-nächst noch 1666 Thl, von Frau Major Sack-Wesenberg. Die schlechte Lage führte dazu, daßihm dies Geld sofort wieder gekündigt wurde,noch dazu durch Vermittlung der Grdensregie-rung. Nun begann eine wüste vcrfallzeit, Borg-wirtschaft überall. 15. 5. 1864 verkauft Chri-stof Wilhelm sein Gut rasch an Geh. Finz,-

LchnSakten Kammcrgcr. Berlin.A. Breslau 222 Urk. d. Obcrldgcrichts,

Die Birnbaumer Unrugs.