Druckschrift 
Die Unrugher : Versuch eines Anfanges zur Stoffsammlung für die Unruh'sche Familiengeschichte
Entstehung
Seite
321-322
Einzelbild herunterladen
 

M!?

32 s

Der jüngste Carl Stanislaus besaß dasvom Vater geerbte früher Dzicmbowskische GutJeserig, heiratete eine Bojanowska ans Nitschebei Alt-Boycn, nüt der er, soweit bekannt,2 Töchter und 1 Sohn hatte: 1. Lmiiie» dieals Gattin eines Bock zu Breslau gestorbensein soll. 2. Silvia ZSertba. 3. Zulius, ! inBerlin als Gberkontroleur, dessen in Berlin2. 12.1824 geb. Tochter MilbelMine in Berlin1880 starb.

Den dem TarlStanislaus sernerzugeschriebenenSohn Gtto (noch 3 andre Vornamen), der alsPostmeister in Zehdenick starb, sehen wir dem-nächst als Sohn des Tarl Sigmund ausKawitsch.

Den zweiten Zweig des Birnbaumer Haupt-astes begründete der dritte Bruder des SchokkenerGeorg, Sohn des Starosten und (OberstenThristof, namens Wagislaus, geb. 14. 2. 1661,s daselbst 16. 3. 1723. Dein Schulunterricht inLissa und Thorn schloß sich 1679 das Studiumsauf der Universität Frankfurt a. G. an, danndurchreiste er Deutschland, Holland, Frankreich,England und Italien. 1687 nimmt er teil anden Auseinandersetzungen mit der nun an FranzPilchowski wiederverheiratetcn Wladislaus-WitweTherese Margarethe Goltz. 1688 übernahmer vom Vater die Amtshauptmannschast überGnesen und heiratete 9. 1. 90 Qonltanze 2-utleZychlinska (geb. 1666, f 22.9. 1737), Tochterdes Kämmerers von Kalisch, Peter Zychlinskiauf Röhrsdorf und der Margarethe SybillaDönhoff. Diese?) war die Tochter des GerhardDönhoff, Schloßhauptmanns von Pommern undder Sybilla Margarethe, Prinzeß von Liegnitzund Brieg, deren Mutter die Prinzeß DorotheaSybilla von Brandenburg war, von der HeinrichHeines verboteneSchloßlegende" handelt. DieseAbstammung scheint für die Verleihung desReichsgrafentitels an zwei von Bogislaus Söhnenmitbestimmend gewesen zu sein.

1689 quittiert seine Frau den?) Eltern überAbstattung und Bogislaus übernimmt dieHerrschast Birnbaum. 1690 verzichtet er gegen11000 st. auf das vom Rittmeister JohannThristof nachgelassene Kasimierz (Schokken) zu-gunsten seines Bruders Georg, von dem er 1691fernere 3000 st. entleiht. 1694 verschreibt erStanislaus Bronikowski 13 000 st., 14. 3. 1695vollzogt) er die Stiftungsurkunde für die Neu-besiedelung Merine-Hauland, deren Privileg er2. 2. 1713 erneuerte und 2. 2. 1724 aus Langwieseund Trischin ausdehnte. 1696 lieh er, bevor erals Abgeordneter des Posener Bezirks zumReichstag nach Marschau ging, vom VetterBaltasar, Sohn Adam Abrahams 1000 st.1697 verbrieft er seiner Fran Erstattung?) von7000 st. 1700 begründete er bei Tirschtiegel eineGlashütte. 1702 legte er sein Testament beimGrodgericht nieder, 1711 schloß er einen Pacht-vertrag mit lvladislans Konsinowski.

0 Fricdlr. Univ. Matr.Ö Bibl. Wallcnrodt Kgsbg.'1 St. Posen Grod. Urld.0 A. Posen Pergament.

Die Unrugher.

322

Es waren bewegte Zeiten über Birnbaumgekommen. 1709 und 10 hatte Pest geherrscht,1711 waren Russen hereingebrochen, Feuersbrünsteund Plünderungen häufig, dazu Viehseuchen.Dazwischen war König Fridrich August zu Gastin BirnbaumH und 1713 sogar die Zarin. Daskostete Geld und Bogislaus nahm von ThristianLossow 20 000 st. Hypothek aus Gorsin auf,während?) er 1712 noch 1500 st. zu Seelenmessendenr Altar zu Bentschen hatte spenden können.1719 mußte er sogar 130 000 st. aufnehmen unddafür dem Kasimir Reinsch (Raynski) Alt- undNeu-Tirschtiegel samt Iablonka, Schierzig, Groß-und Klein-Iasionomo verpfänden. Das scheintnoch nicht gereicht zu haben, denn er und seineFrau verpfänden 1719 auch Neudorf dem Seb.Gorski für ein weiteres Darlehen, ebenso?) demLudwig Szoldrski noch Rybojadj, Zydowieckound Rynsko nebst dem Rest von Schierzig. Sogelang es, die schwere Zeit zu überstehen. Am16. 3.1725 war er um die Verteilung der Kirchfitzezu regeln, wahrscheinlich erhitzt, in die BirnbaumerKirche eingetreten, als ihn ein Schlaganfall nieder-streckte und seinem Leben ein Ziel setzte. Erstarb, da er die Starostei Gnesen seinem BruderSigmund abgetreten, als Amtshauptmann deskleineren Bezirks Gbornik. Die Thronik sagtvon ihm:weil er ein gelehrter und verständigerKavalier war, würde er zu den wichtigsten undhöchsten Dignitäten in Polen gelangt sein, wenner seine Religion hätte verändern wollen."

Seine Gattin starb, 68 Jahr alt, am 22.9.1737.Das Ehepaar hinterließ 6 Söhne und 3 Töchter,von diesen war /lkarie Gottltebe 29. 3. 1719an den Gberstltnt. im sächs. Regiment Königin,Sebastian Luck auf Rackwitz bei Wöllstein ver-heiratet, sie starb aber im ersten Wochenbett20. 3. 1720, er in Elbing 1. 7. 43. Anna Tuike,die 23. 9. 1701 getaust war, heiratete 28. 5. 1728den späteren sächsischen Generalkommissar, ihrenVetter Thristof Tonrad von pieske, der ihr4000 st. Mitgift 1728 auf Skrzydlewo sicherstellte. Als seine Witwe taucht sie 1763 und1767 bei den Erbregelungen ihrer Grafenbriiderwieder aus. Aus Danzig erbittet sie 26. 10. 1764Aufnahme in den preußischen Staatsverband undgibt dabei an, sie habe 1732 in Berlin, sonst inDresden gewohnt. Sie starb 27. 10. 77 inBirnbaum.

Die 3. Tochter iSleonore, getauft 13. 3. 1704,heiratete den Bauchwitzer Vetter, Gberstltnt.Georg Sebastian-Grabow, bei dem ihrer nochzu gedenken sein wird.

Die Söhne des Bogislaus-Birnbaum undder Ton stanze Luise Zychlinska waren:

1. CbrlNok, geb. 29. 10. 1689, der spätereGen.-Ltnt., Präsident usw., Reicksgraf in Dresden,Erbherr von Birnbaum und Zubehör.

2. Ipeter, getauft 2. 1. 91, der in Plauensächsischer Gbstltnt. war, später Birnbaum fürseinen Neffen verwaltete.

-) Radttc, Juvclschrift.

H A. Poscn Grod. Urkd.

O Ebenda.

2l

Die Birnbaumer Unrugs.