Die Schleichen Unruhs.
sein Großenbohrau an Moritz TschammerH.13. 2. 99 weist ihn die Saganer Regierung an,8 Dukaten und 2 Thlr., für die er Bürge des-f Hans Christof Seelstrang-Gladisgorb war, anGeorg Sigmund Schönborn zu zahlen^). FürEinquartierung kurbrandenburgischer Völker aufdem Durchmarsch zu sorgen, wird er 1. 3. 91angewiesen 2). 12. 7. 1696 verpfändet er seinBohra» dem Glogauer Domkapitel für 289 Thlr.und 1999 Thlr. Darlehn ^), den verhängnisvollenAnfang der Verschuldung machend, denn 1.3.1799mußte er wieder 286 Thlr., vom AugustinerklosterSagan, 25. 6. 1791 noch 1999 Thlr. aufnehmen.Dabei ist er „fürstlicher Landes- und Mann-gerichtsassessor und Landesältester" betitelt^).Sein Streit mit dem Mednitzer Vetter JoachimPhilipp ist bei diesem (Abschn. Niederlausitzer)erwähnt. Beziehungen mit Sora» treten auchdarin hervor, daß der dortige Kantor printz ihm1689 seine neuen LxsroitatiouoL klllisioaswidmet^).
Joachim Abrahams erste Frau starb18. 3. 93, aber schon 7. 7. 1799 wird ihm vonseiner 2. Frau iSIeonore T-uile Ze schau oderTzschechau eine Tochter „Marbara Delene"geboren, später Gattin des Hans Christof Nassauauf Kottwitz. Darauf folgt 24. 3. 1792 ein SohnAoacbim iSrnlt, der letzte bekannte u. aufNiedergorb.
2. 5. 1792 tritt Joachim Abraham alsZeuge in Reichenau für Ibelene Nisemeuschelgeb. U. aufH, 8. 6. 1795 in Sagan als Stände-vertreter bei der Kaisertotenfeier, sehr häufigals Pate.
Seinen Sohn Gottlob Erdmann, der 1796des LawalderHans Fridrich TochterMilabetbgeheiratet, findet er 19. 7. 1798 durch Uebergabedes Großenbohrauer Anteils ab, worüber der26. 5. 1713 bei seiner Huldigung und Belehnungals Vater und Muttererbe quittiert^).
Joachim Abraham f 22. 1. 1716, dieSeinigen in wenig glänzende» Verhältnissenzurücklassend. Er wurde bei der Beisetzung in derDreifaltigkcitskirche 5. 3. von den Geistlichenals Kirchvorsteher in langen Gedichten gefeiert^).Ein Vers schließt: „Laßt noch die Klag' ergehn,o starkes Knallen, der hohe Lederbaum ist um-gefallen!" Für uns klingen die Nachrichten tra-gischer, die in immer neuer Verschuldung zumPreisgeben der väterlichen Heimat zwingen. —Der Sohn und Erbe von Gber GroßenbohrauGottlob Lr dmann, einmal noch mit drittemNamen Lhrenreich genannt, hatte bereits 23.6. 1713 vom Glogauer Domkaxital 1599 Thlr.aufgenommen/v) 1Z. i(). iz leiht er von Hans
-) A. BrSl. O. A. Gorb->) Ebenda Sagan III SS.>> Ebenda.
9 Ebenda Glog. III 21 d 159.Ebenda Sagan III 9 g.Slg. Möllern-Krossen.5) Hzgl. Arch. Sagan.-z A. Brsl. Glog. III 15 V tgz.
A. Wittenstein.
'°) A. BrSl. Glog. III 21 b. S.
Lange 499 Thlr. auf vwk. GrundH, das sonststets als Zubehör von Mittel-Grbohr. erscheint,19. 7. 14. von Eleonore Stentsch geb. Schönborn1999 Thlr.2) Durch seine Frau Elisabeth-Lawalde mit den dortigen vettern in Verbindunggetreten, hilft er 29. 3. 1715 dem Vetter lvttosein erst vor 2 Jahren von Heinr. Christiangekauftes Heidersdorf nebst Guhla an Röbel ver-kaufend) von Vtto Sigmund-Lawalde leihter 25. 6. 1716 auf Bohra» 4999 Thlr^), 6 Tagespäter 2999 Thlr. von den Stentsch'schen Vor-mündern. Daher schließt er 3. 12. 16. mit Joh.Ferd. Graf Globen den Vertrag, wodurch dieserden Besitz für 38999 Thlr. erwirbtd) Mit seineranscheinend kinderlosen Frau setzt er sich überihre Besitzrechte 12. 3. und 4. 8. 17 auseinander^)und läßt das Gut Tags darauf an Globen aup),sich selbst nach Wien wendend. Dort verleihtihm der Kaiser 26. 3. 17. „in Ansehung der vonseinem verstorbenen Vater dem xublioo ge-leisteten Dienstes und seiner eignen (Dualitätenden Titel eines kaiserl. und königl. Rates."Wieviel das bei der Hofkammer gekostet, istleider nicht ersichtlich, jedenfalls nicht wenig,da des -f Vaters Verdienste als Grund dienenmußten. Doch scheint es mit der Zahlung ge-hapert zu haben, denn erst 5.2. 29 wird GottlobErdmann als Rat vereidigt^). Fortan erscheinter noch vereinzelt in Breslau und in Wien. 2.9. 24. stellt er in Breslau Sicherheit in seinerKlagesache gegen Advokat Neißer^), 5. 7. 26.wird in Wien sein Scheidungsprozeß mit Elisabethwegen ookabitatio und aliniöntatio durchvergleich beendet. Dann verliert sich GottlobErdmanns Spur nach Ungarn hin. Elisabethklagte 22. 2. 37 durch Ado. Rimxler 1699 Thlr.von Loss-Gramschütz ein.
Sein Stiefbruder Joachim Ernst hatteNiedergorb geerbtundEleonoreZeschaugeheiratet.Auch von ihm lauten die spärlichen Nachrichtenunerfreulich. Streit mit dem Dittersbach«Pfarrer setzt sich 1719—29 fort.^) Schon 4. 12.27 mußte ein Teil von Niedergorb „Land undGarten für 159 „Dage zu 39 Gr. arZsiit" ver-kauft werden. 13 7. 33 verpfändet er Gorbeinem Blank für 2799 Thlr.^) Das letzte wasvon ihm zu hören, ist des Dittersbach« PfarrersKlage 17. 7. 37 um geliehene 89 Thlr. undDezemrückstände.^).
Zu dem Gorber Joachim-Hause scheinennoch zu gehören: Leutn. Georg Abraham,der in der Gegend um 1689—99 öfter als Pateauftaucht,^) wohl ein Sohn des früheren Bergis-
-) A. Brsl. Glog. -> 7.
Ebenda.
-) Ebenda Wohl. III l. 505.
Ebenda Glog. III 21 a 8.
5) Ebenda O. A. Gr. bohr.
Ebenda Glog. III 21 ». s.tz Ebenda Glog. III 15 z>.
Ebenda HI. 7. 250.
Ebenda c. 7.
>"> Stadtarch. Bresl. H«. G. 5. 2«Z. 7t.vj A BrcSl. Sag. III. 8. d. und 11. f. 017.-2) Ebenda 9. g. 119.
Ebenda 11. f. 557.
") Kirchb. Gorb.