Die mitteldeutschen Ünruchs der Übergangszeit.
ReggioH, der sie seinem Lehnsmann GrafAdelbert von Modena zur Beschützung auf seinerBurg Eanossa anvertraute. Ihretwegen hatdiese Burg eine lange von vielfältiger Sageausgeschmückte Belagerung durchmachen müssen.
Interessant ist es an dieser Legende zu ver-folgen, wie die völlig verflüchtigte Erinnerungan den wirklichen Herzog Eberhard Unruocheinen anderen späteren Eberhard in die Sagehineinspinnt und die Gegensätze spannend her-ausgearbeitet werden zwischen dem gewaltigenHerzog und dem im waldigen Felstal weltver-loren seinem Glücksidyll lebenden Müller HansLurt, von dem gar nicht mehr vorausgesetztwird, daß er ein Unruoch sei. Dennoch kannman sich wohl vorstellen, wie nicht alle Nach-kommen jener hochstehenden Männer im Königs-dienste festwurzelten oder sich an den Hofklammerten, sondern daß Einzelne in ihremschlichtsinnigen Drange nach Unabhängigkeit sichwieder absonderten, um einem still zufriednenLeben in wohliger Tätigkeit als freie Männernachzuhängen. Es scheint sogar, daß dies einhervorstechender Zug vieler Ms gewesen undnoch heute ist.
Jener 82? vom Kaiser zur Prüfung desGLtertauschs entsandte Graf U. hat die Liegen-schaften doch besichtigt, die Gegend kennen ge-lernt. In Gnolzbach, also im heutigen Ans-bach, hat er mit dem Würzburger Bischof ver-handelt, unweit der späteren böhmischen Grenze,ebenso nahe der fränkischen Schweiz und demaufkeimenden Nürnberg, sowie den hessischenund thüringischen Berglanden. "Anrucbtal heißteins der Stiftsgüter des Würzburger Bistums,die 2S. S. dem zum Propst von Neu-
münster durch Bischof Hermann von Würzburgeingeführten jungen Andreas Hohenlohe über-geben worden^). „Mirocbesdork" hieß imMittelalters das heutige Unnersdorf im bair.Bezirk Stasfelstein. Anscheinend sind also Söhneoder Neffen von ihm in dies der beginnendenKultur sich erschließende Land gezogen. Damitwird völlig glaubhaft, daß schon Ende des f2.Jahrhunderts die U.'s in Böhmen vorkommen,wie Sinapius und nach ihm Kncschke aus leidernicht angegebenen «ZZuellen anführen.
Durchforscht man die noch bewahrt gebliebenen,durch rastlosen Gelehrtenfleiß wieder zugänglichgewordenen Urkundensammlungen jener Zeit,die auf Familien- und Abstammungsnamen nochfast gar nichts gab, so muten recht viele Be-nennungen wie Anklang oder Ursprung derspäter durch Jahrhunderte immer wieder auf-tauchenden U-Vornamen an. Oomss Lern-krurck et krater ejus Ks. td ir o trackuntl IM Lt. Lonikueio kons, sua irr KuniZss-krovslr.4) irr irroutunis contra lZolreirriarn und
>) Köpte-Drimmler, Kaiser Otto I. S. 1SK.
K. Weller. HohenlohischeS Urkdbuch. l. 115. Stuttg.rsgg s. auch Stammb. des Adels. ReacnSLurg rsss.G. I. Mauz.
b) Oesterlch hist. geogr. Würterb. S. 705 Trad. Fuld.D. c. ro f.
Erden, Regesta Bohem.
ebenfalls 1180: ?rsnl:iM) (Fränkin?) irrutroirurrohilrs, cks patris sus. rolsAata st irr viounrKrurrlrorrias l-ueslvirrckslrsiirr orrickanr LIavoiKrrobilirruptu, soolssrasWirosduiZsirsi ckslsgsttrlios suos st prastsrsa uckvoesto suo kure-gruvio Ootskricko eorrksrt Optimum muusum ..irr Rsirtvölt. ssss werden Reginhold,Vudalrich, Heinrich und Eunrad inLengental zusammen mit Bischof Eberhardvon Bamberg genannt, sssz Bernhard alsMagister beim prager Hospital St. Johann,s222 mehrfach in Mähren Wernhart zu-sammen mit Stefan, Burggraf von Magdeburgs)und hunderte von andern, „Möglichkeiten."
Als in Böhmen dem Kloster Plassen dieBesitzung Scheleha am s. 5. s2-ss übertragenwird, treten die BrüderH Bernhard, Eon-rad und Reinhard „IKsutonioi tsstss"zusammen niit Ehunradus de Steinbahauf usw. usw.
Aligesichts der festgestellten Tatsache, daßBöhmen keineswegs das große Reservoir ge-wesen ist, aus dem nach den bisherigen An-nahmen die zahlreichen U.'s nach SachsenLausitz Schlesien usw. gekommen wären, führtdas alleinige vorkommen an U.-Urkundendes sz. Jahrhunderts aus Hessen, Thüringen,überhaupt aus dem mitteldeutschen Berglandezu der Überzeugung, daß hier alle die Familienfür einige Jahrhunderte Wurzel gefaßt hatten,die dem im Westen gebliebenen Unruch-Stammeentsprossen waren. Leider sind die ältesten Ur-künden bis sSHs im Prager Hradschinbrandeuntergegangen und die sonstigen spärlich genug,sie besagen:
i2H8 verkaufen 'lkonrad Unrube und sein Sohndem deutschen Grdenshause zu Griefstedtdort eine Hufe Landes^).t2SZ Dannus vurughe mit König Gttokar
in Preußen Hl2. 2 . >272 Wruno vnruge Zeuge in Erfurt/')
auch vnrnwe geschrieben.
Z. H. i27H Bruno v. in Griefstedt Zeuge, alsUlrich von Kranichborn dem deutschenGrdenshause H Hufen zu Hausen gegenH andere zu Wittgcnstedt überläßt^).2f. 8. l282 Bruno dictus vnrowe zu EisenachZeuge, als Ldgf. Albrecht von Thüringendas deutsche Haus Griefstedt mit denGemeinden Gienstcdt,Nausits,Klebhausen,Herrn- u. Abtschwenda wegen eines Wehrsbei der Drdensmühle zu Wittstedt einigt^).2t. t2 t2gz bezeugt Bruno die Schenkung einerHufe Land zu Büchel-Wiehe von GrafFrdr. Rabenswaldau das deutsche Grdens-haus zu Griefstedt 2).to. t2. t2g7 verkauft zu Mühlhausen i. Thürin-gen Tcmradus dirtus Unruwe 2Hufen in Hschershcilingen für y Mark
-> Ebenda.
Arch. Nikolsburg Borzck II. I2S.WusS. Hess Ilrkdb.st Schütz, Prcutz. Chronicka. S. HS».Urkd. Buch Erfurt.