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Die Aarolinger Nnruoch's.
Herzog Hrodgaud von Friaul gesessen, dergemeinsam mit ander» italienischen Herzögendie fränkische Herrschaft abzuwerfen trachtete.Sie hatten geglaubt, auf des griechischen KaisersLonstantin V. Koxronymns Hülfe rechnen zukönnen, aber grade, als Papst Hadrian davonWind bekam, starb dieser am (q. 9- undHadrian selbst entdeckte am 2?. Vktober 775 demnichtsahnenden Kaiser Karl die Gefahr. Derfeierte nur noch das Weihnachtsfest in Aachenund brach dann sofort auf. Die Herzöge vonSxoleto, Benevent usw. brachte er rasch durchkluge Zugeständnisse auf seine Seite; Hrodgaud,der mächtigste Inhaber der wichtigsten Grenz-mark im Gsten gegen die Slaven und Avaren,wurde niedergekämpft und beseitigt.
In den andern Herzogtümern genügten zurSicherung fränkische Besatzungen, im Friaul indesmußte Karl einen tüchtigen, durchaus zuverlässigerprobten Vertreter haben. Das war ihm derUnruochsohn Lnrich. Die Gründe dazu entziehensich dem Beweise. Jedenfalls ist er der erstegeschichtliche U n r n ch, da von seinem Vater wederTaten noch Schicksale berichtet sind. ?7S wirddieser iSnrtclZ oder Heinrich zum Grafen überFriaul gesetzt, wozu auch Kärnten und Krain,das untere Ungarland, das slavische Dalmatienund ein Teil von Istrien gehörte. Das heutigeTividale war Hauptstadt des zwischen Isonzound Livenza belegenen Friaul. Später kam nochder Rest von Istrien und das italienische LandTeneda mit der Hauptstadt Treviso dazu.
Da sich dort Heinrich bewährte, die immerwieder andringenden Grenznachbarn erfolgreichabzuwehren, sein Gebiet vortrefflich zu verwaltenverstand, wurde er bald lUarolrio-Markgraf, von795 ab sogar durch den Herzogstitcl mit triftigstemGrunde geehrt. Er batte nämlich die Unter-werfung des Avarenreiches vollbracht. Abel inden Jahrbüchern (s. oben) Bd. 2, S. 98 ff. schildertausführlich, wie er mitten hinein in das Landzwischen Donau und Theiß durch die vielfachenVerteidigungswälle des Landes bis zur Königs-burg im innersten Ringe vordrang, wo die Avarenseit undenklichen Zeiten aufgespeichert, was siean Schätzen geraubt, wo die Khakane derHunnen auch seit Jahrzehnten die Goldtributedes byzantinischen Kaiserreichs gehäuft hatten.
Unter Heinrich zog im Heere auch Karlsdes Gr. Schwager Graf Gerolt — schon diesVerhältnis gibt zu denken — mit. Riesenschätzewaren es, die Heinrich gegen Weihnachten 79szu Aachen an Karl d. Gr. abliefern ließ. Ts hatteaber gar nicht alles aus der avarischen Raubhöhlefortgeschafft werden können und erneute Feind-seligkeit zwang 79s nochmals zum Fcldzuge.Diesmal machte unter Heinrich Karls d. Gr.Sohn Pippin den Zug mit, auf dem der Restdes Hunnenschatzes erbeutet und die Königsburgder Erde gleich gemacht wurde. Noch einmal,797, zog Heinrich mit einem großen Frauken-nud Longobardenheer gegen die Avarcn undvandalen und erzielte nun vollständige Unter-werfung. Und dach nur scheinbar. Denn 799erhoben sich die Ungarn wieder und mit ihnen
die Kroaten. Gegen jene zog Graf Gerolt undfiel dabei am (. September, bei Beginn einerSchlacht von Pfeilen durchbohrt.
In demselben Monat geriet Heinrich U. sieg-reich gegen die Kroaten vordringend unweitFiume in einen Hinterhalt und erlag, bis zuletzt„wie ein Löwe" kämpfend — bekanntlich, da derLöwe, wenn ihm der erste Ansprnng mißlingt,sich zurückzieht, ein ganz unzutreffendes Bild.Aber der Patriarch Paulinus braucht es in einemHelden-Lob und Klage-Gedicht auf den TodHctnricbs, worin er seine große Trefflichkeit alsMensch, Wohltäter der Armen, Beistand undTrost der Elenden und Witwen besingt. DiesGedicht hat einen Wert auch für uns, dennPaulinus beschreibt darin Heinrichs Herrschafts-gebiet: trauern sollen die Flüsse Timavo, Istcr(Donau), Save, Theiß, Kulpa, Mur, Natisora,Gurk und Isonzo und die Städte Sirnrium, pola,Aglei, Tividale, Tormons, Gsopo und Tenada,vor allem aber Heinrichs Geburtsstadt: Strnh-burg. Das widerlegt nicht, bestätigt vielmehrdie obige Bezeichnung der westlich hinter denvogesen beginnenden Freigrafschaft als Heimatder U's.
Auch der weise Alkuin hat dem Heinrich einlateinisches Schriftdenkmal gesetzt, in dem er ihnvoll Liebe und Verehrung als einen Mann feiert,nicht bloß furchtbar in Waffen, sondern auchtüchtig in Wissenschaften, sanft zu den Freundenund huldvoll, der ihn oft frenndschastlich in seinerbescheidenen Hütte zu weisen Gesprächen besuchthabe. Es ist uns nichts fremdes in solchenSchilderungen. Leider schweigen sie von seinenFamilienmitgliedern.
So wissen wir nur, daß Heinrichs Sohn einIlni-oons, Nnroclins, DlnrucxMus usw. war,der seinem Vater in der Markgrafschaft vonFriaul gefolgt zu sein scheint, denn schon 802 imFebruar heißt er BnrcxMns aornss, also GrafÄnrucb in eineni PergamentH, wonach ihmzusammen mit Z6 andern Edlen aufgegeben wird,jeder seinen ihm zur Gbhut und Eingewöhnungin fränkische Art übergebenen jungen Sachsendem Kaiser zu Mainz vorzuführen; n ausWestfalen, (5 aus Gstfalen und 9 aus Euaern.U hat dabei den jungen Westfalen ^UalZancinrnkilinrn Lnigant an den Bischof Haito von Baselund Grafen Hitto zu übergeben. Schon anfangssos nennt eine fernere Urkunde diesen Unrocns-);er soll an Stelle des erkrankten Rado die AbteAdalhard von Corvey und Fulrad von St. (Dueniinauf einer Revisionsrcise begleiten, bis MitteApril will Karl Bericht haben.
Als das Jahr 8(( mit eineni ungewöhnlichharten Winier gekommen war, fing Karl, fastein Sechziger, an, mit der Voraussicht seinesTodes zu rechnen und berieff) vertraute Großeseines Reichs, welche für treue Ausführung seinesvor ihnen verlautbarten Testaments bürgen solltenund deshalb am Schlüsse darin mit Namen
(lapitularia (Hannover 183b) S. 89, 90.ebenda S. 137.
-h Abel, Jahrb. d. fränk. N. II., S. 453.