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2 (1923) Die römische Periode
Entstehung
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nach der Pest). — XIII. Ber., 1922, S. 27 {., F. Köpp. — F. Hang, W. Z. 1891, S. llf..

125 f., 295 f., vgl. desselben Die Irminsul, Germania II, 1918, S. 68 f. — Zuletzt

hat Haug in Roschers Lexikon 1923 unter Viergöttersteine kurz zusammengefaßt,was wir bis jetzt über diese Denkmälergattung mit Sicherheit sagen können, er, der

auch als einer der ersten sich um die Erklärung derselben bemüht hat. Bis jetzt sind

in Frankreich und Deutschland über 250 Teile solcher gefunden, die meisten in Deutsch-land, durch Inschriften datiert zwischen 170—246. Sie sind gewöhnlich J. O. M., ge-legentlich auch et Junoni Reginae gewidmet von Einzelpersonen, öfters auch (gewesenen)Soldaten, einer Familie, Behörden einer Gemeinde (decuriones), auch den Bürgern zweierStadtteile von Mainz, der vicani Salutares und des vicus novus. Die Namen sind teilsrömische, teils keltische, teils romanisierte unbekannter Abkunft. Durch die sechsmalvorkommende Formel „in suo“ wird klar, daß sie häufig auf dem Grund und Boden desDedikanten standen, wie auch durch ihre Fundplätze in villae rusticae bestätigt wird,während die von Korporationen gesetzten natürlich auf öffentlichem Platze standen, diebeiden Mainzer in der Nähe des Tempels des Juppiter Optimus Maximus am Dom. Nachder häufig begegnenden Formel v. s. 1. 1. m. wurden sie infolge von Gelübden errichtet.

Auf der würfelförmigen Unterlage sind oft vier Götter dargestellt (daher „Vier-göttersteine“), am häufigsten Juno, Merkur, Herkules, Minerva, nach der einen ErklärungJuno als Beschützerin der Ehe und Hüterin der Religion, Minerva als Göttin der Weis-heit und weiblichen Geschicklichkeit, allerdings meist als Kriegsgöttin charakterisiert,Merkur als Gott des Handels und der männlichen Klugheit, Herkules als Gott derkörperlichen Kraft, während andere, namentlich Hertlein, in der Reihe die Vertreter dervier Jahreszeiten sehen (Mars = März usw.) und besonders der germanischen. Überdem viereckigen Hauptsockel folgt ein runder oder sechs- bis achteckiger Zwischen-sockel, häufig mit Darstellung der Wochengötter, aber nach recht wechselnder Auswahlwie auch auf den Viergöttersteinen aus der ganzen Götter- und gelegentlich auch Sagen-welt (Prometheus, Ganymedes). Die sich darüber erhebende Schuppensäule endigt in einKapitäl, zwischen dessen Voluten öfters männliche oder weibliche Köpfe angebrachtsind (bald als vier Tageszeiten, bald als vier Jahres- oder Lebenszeiten erklärt). Aufder Säule stand die Figur des über einen Giganten reitenden oder fahrenden (Wei-ßenhof, Ladenburg?) Juppiters. Juppiter in der Tracht eines römischen Feldherrn oderKaisers mit Lanze oder Blitz, hie und da mit Rad (= nach Maaß Symbol der Herr-schaft über das Schicksal oder keltischer Juppiter), der Gigant bald sich aufbäumend, baldJuppiter scheinbar unterstützend. Haug lehnt die letztere, namentlich von Hertlein ver-tretene Auffassung energisch ab und sieht darin nur eine allegorische Darstel-lung der über die Barbaren, besonders Germanen, siegenden römi-schen Kaisermacht. Die Denkmäler seien errichtet von Leuten, die bei einemgermanischen Einfall mit ihrem Haus und Hof glücklich verschont geblieben seien, nachGelübden, von romanisierten Kelten, nicht von Germanen. Die Quillingsche Deutung,die zunächst dem friedlichen Verhältnis zwischen Juppiter und Giganten zustimmte undmit Hertlein in Juppiter einen germanischen Gott sah, zuletzt aber die Denkmäler alsSchutz gegen Erdbeben erklärte, wie einst Köhl usw. gegen Feuersgefahr, lehnt Haugscharf ab.

Der Silberkessel von Gundestrup (Jütland) im Museum zu Kopenhagen.Der unten glatte, oben mit Silberreliefs bedeckte Kessel von etwa 69 cm oberem Durch-messer und 42 cm Höhe ist zweifelsohne ein nach dem Norden verschlagenes Kultgefäßaus irgendeinem nordgallischen Heiligtum oder Privathaus und m. E. etwa im II./III.Jahrh. n. Chr. entstanden, wie S. Müller, A. Voß, G. Kossinna u. a. gemeint haben.Freilich ist F. Drexel zuzugeben, daß dem Künstler ein älteres Vorbild der La-Tene-Zeitvorgeschwebt hat, doch lassen Form und Technik wie der Stil und Einzelheiten derTracht und Bewaffnung (silberne Einzelplättchen, einst vergoldet, die Augen aus blauemGlasfluß, Sporn, sechseckige Schilde mit rundem umbo, caruyx, Pferde mit pectoraliausw.) kaum einen Zweifel an seiner Entstehung in römischer Zeit. Daß es gallische Reli-