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2 (1923) Die römische Periode
Entstehung
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S. 76; XI, S. 90). Aber auch private Herbergen fehlten nicht (taber-n a e), aus denen sogar nicht selten vici entstanden, wie die beiden Za-bern, öfters an Flußübergängen und landschaftlich schönen Punkten mitQuellen, wie die tabernae an der Ausoniusstraße westlich von Kirchberg.Die Dedikationen an Epona, die Göttin der Fuhrleute, verraten uns mehr-fach solche Stellen.

Dem verschiedenzeitlichen Ausbau des Straßennetzes entspricht aucheine verschiedenartige Technik. Die ältesten Straßenkörper der links-rheinischen Südnordstraße sowie der ältesten Westoststraßen sind meistziemlich schwach und im wesentlichen nur aus Kies aufgeschüttet, das-selbe gilt für die rechtsrheinische Talstraße, abgesehen von sumpfigenStellen und in der Nähe von Kastellen oder größeren Ortschaften, woauch Steinstückungen Vorkommen. Die Kiesschüttung liegt auf einemkünstlichen Erddamm, der in ebenem Gelände von keinem oder einembeiderseitigen kleineren Graben, auf abfallendem Terrain von einemstärkeren, einseitigen Graben begleitet wird. Dieser älteste Straßen-körper ist dann bei den linksrheinischen Straßen allmählich verbreitertund verstärkt worden, manchmal durch mehrere Stein- und Schotter-lagen übereinander, so daß nicht selten ein bis 2 m hoher Straßendammmit tiefen, beiderseitigen Gräben entstand, gegen den sich die beiderseitsliegenden Äcker allmählich immer mehr aufwölbten.

Über die erstaunliche Geradlinigkeit und das unentwegte Fest-halten eines bestimmten Zieles ist schon viel geschrieben worden. Wirbegnügen uns mit einem Hinweis auf die treffenden AusführungenG. Wolffs (Korr.-Bl. d. Ges. Ver. 1921, S. 160 f.), der auch den gelegent-lichen Übertreibungen mancher Forscher entgegentritt und mit Rechtschreibt: „Bei aller Neigung zum Systematisieren und Schematisierensind die römischen Offiziere und Feldmesser praktische Leute gewesen,die nicht aus theoretischer Vorliebe die Kastelle meist rechteckig und dieStraßen geradlinig anlegten, sondern weil dies den speziellen Bedürf-nissen des römischen Heerwesens entsprach.“

Der Unterschied zwischen viae und semitae. Ein voneinem beneficiarius consularis geweihter Stein in England lautet: deoqui vias et semitas commentus est. A. v. Domaszewski folgert daraus(W. Z. 21, S. 193, 207), daß dies eine technische Scheidung zwischenReichsstraßen und Vizinalwegen war und daß an ersteren Benefiziarier-posten und Meilensteine errichtet wurden. „Die Stellen, wo die semitaein die viae einmünden, werden die Biviae sein, die Straßengabelungendie Triviae, die Straßenkreuzungen die Qiiadriviae.“ Da auf späterenInschriften von Mainz-Kastel, Heddernheim, Köngen plateae und plateae-danni (Straßenmeister) erwähnt sind, scheint jener technische Ausdruckspäterhin nicht mehr so bestimmt eingehalten und via durch platea ver-drängt worden zu sein, eine Bezeichnung, die auch in den karolingischenUrkunden vielfach begegnet, z. B. als platea Montana, die bekannte Berg-