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übergeben, nachdem sicher schon vorher da und dort, namentlich links-rheinisch, ähnliches geschehen war. Die Entfernungsangaben der Meilen-steine rechneten nunmehr nicht mehr von den größeren Miiitärstädten,sondern von den Vororten der Landgemeinden ab. War diese Zuteilungauch eine große Belastung für die Kasse und Fronarbeit der Gemeinden,so gab sie doch auch Anregung zum Bau neuer Verkehrsstraßen, wie siedem Gemeindewohl nützlich waren.
5. Mit dem Verluste des Limes um 260 war das ganze 1) eku-m a t e li 1 a n d für die römische Besiedelung verloren. Nur in der rechts-rheinischen Ebene, die noch lange durch einige römische Stütz-punkte frei von feindlichen Germanen gehalten wurde, konnten sich unterden römerfreundlichen Mattiakern und Neckarsueben da und dort wag-halsigere Römer und Gallier noch längere Zeit halten.
6. Auf dem linken Rh e i n u f e r trat nach 260 mit der Neuerrich-tung von Kastellen, Wiederverwendung älterer Befestigungen und Um-mauerung der Städte ein ganz ähnlicher Zustand wie in der friihrömischenPeriode ein, als der Rheinstrom die Grenze bildete. Während aber imI. II. Jalirh. sich die Stadtanlagen im Vier- oder Mehreckschema behag-lich ausdehnten, wurden sie im 111. IV. Jahrhundert in einen meist ovalenEestungsring eingeengt, der zu größerer Zusammenpferchung und Unregel-mäßigkeit nötigte, ähnlich wie in den mittelalterlichen, mauerumsclmiirtenStädtchen. Die Beseitigung vieler Privatbauten durch Kastelle, wie inKreuznach und Alzey und bei manchen Stadtanlagen, war für die Zivil-bevölkerung allerdings kein so großer Verlust, wie man meinen sollte,weil bereits eine starke Rückwanderung nach Gallien und damit eine Ent-völkerung der Städte und des Landes begonnen hatte.
Abb. 10. Säulenbasen und Briislungsplattevom Mainzer Kastell.