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2 (1923) Die römische Periode
Entstehung
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des Rheins und Neckars fast alle an bedeutsamer Stelle lagen, wo größereFlüsse einmündeten oder wichtige Fernstraßen den Fluß begleiteten oderüberquerten. Der Vorteil dieser Lage sicherte auch den verbleibendenAnsiedlern ein gutes Fortkommen, so daß nur ein Teil derselben, wieWirte, Krämer, Händler, Handwerker, soweit sie weniger an den Bodengebunden waren, der Truppe in ihren neuen vorgeschobenen Garnison-ort folgte.

Die Größe dieser Lager orte schwankte nach der Stärke der Be-satzung, nach der Art des einheimischen Elements und nach der Gunstder Lage. Die canabae der Zweilegionslager Xanten, Köln, Mainz wuchsensich zu großen Städten aus, besonders die beiden letzteren, wo die gün-stige Lage und die zahlreiche einheimische Bevölkerung das rascheWachstum förderten. Auch aus den Einlegionslagern Nymwegen, Neuß,Bonn, Straßburg und Windisch gingen namhafte Städte hervor, die, ab-gesehen vielleicht von dem letzteren, selbst nach Verlust ihrer Garnisonsich rüstig weiter entwickelten. Ebenso wurden eine Reihe von Kohorten-und Alenkastellen am Rheine und Neckar die Ausgangspunkte kleinereroder größerer Landstädtchen, wie Selz, Germersheim, Rheingönheim,Bingen, Coblenz, Andernach usw., bzw. Heddernheim, Ladenburg,Wimpfen, Cannstatt, Rottenburg, Rottweil, Öhringen. Wenn sich Speyerund Worms, Wiesbaden und Baden-Baden besonders rasch entfalteten,so verdankten sie es ihrer fruchtbaren und verkehrsgünstigen Lage oderwie die letzteren Orte ihren Heilquellen.

Im linksrheinischen Hinterlande gab es außerdem eine große Anzahlalteinheimischer oppidaund v i c i, die zum T eil in der erstenOkkupationszeit römische Besatzungen erhielten, wie längs der frühestenOperationsbasis von Lyon nach Köln in Toul, Scarponna, Metz, Klein-Hettingen (nördlich von Diedenhofen), Trier, Dalheim in Luxemburg,wenn auch die militärischen Anlagen auf dieser Linie noch wenig erforschtsind. Metz war von jeher ein bedeutendes oppidum der Mediomatriker,Trier (Augusta Treverorum) ist, wie schon sein Name besagt, eine Grün-dung augusteischer Zeit, während das entsprechende vorrömische oppi-dum der Treverer am oder im nahen Gebirge zu suchen sein dürfte. Weit-aus die Mehrzahl jener kleineren gallischen und gallisch-germanischenDörfchen, die wir in der Spät-La-Tene-Zeit namentlich auf Bergeshöheu,in Flußschleifen und an den Mündungen kennen gelernt haben, dauertemit ihren Namen in der römischen Zeit fort, und bei sehr vielen sind dieÜbergänge von der einen in die andere Periode nach den Gräberfundenso allmähliche, daß kaum eine scharfe Scheidung zu machen ist. Links-rheinisch hat sich also durch die römische Okkupation in der Siedlungs-weise der Gallier wie der romfreundlichen Germanen nur eine geringeÄnderung ergeben, während rechtsrheinisch ganze Völkerschaften wieMarcomannen und Chatten, auch Teile der Sugambrer sich in das InnereGermaniens zurückzogen und ein menschenarmes Land hinter sich ließen.