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2 (1923) Die römische Periode
Entstehung
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Dichters Lucanus Vangionen, Treverer, Ubier, Bataver, also meist Ario-vistscliaren und rechtsrheinische Stämme, die, von ihren östlichen Nach-barn bedrängt, sich auf dem linken Rheinufer angesiedelt hatten. Agrippasetzte Cäsars Politik fort, verpflanzte den ganzen Stamm der Ubier aufdas westliche Ufer (im Jahre 38?), wie Tacitus Germania c. 28 mit Rechtsagt, ut arcerent, non ut custodirentur, also zur Grenzwacht gegen dieGermanen. Aber der Bau von Militärstraßen von Lugdunum (Lyon) anden Rhein enthielt bereits die Vorbereitung zu schärferem Vorgehen, wiees von Augustus alsbald durchgeführt wurde.

Im Gelände sind die Spuren der cäsarianischen Kämpfe und Anlagenin den Rheinlanden noch ebenso unsicher, wie die gleichzeitigen litera-rischen Nachrichten vieldeutig erscheinen. Weder das oberrheinischeSchlachtfeld des Ariovist, noch die Örtlichkeit der Niedermetzelung derUsipeter und Tenkterer (nach Cäsar ad confluentem Mosam), noch dieStellen von Cäsars Rheinbriicken sind mit völliger Sicherheit bestimmt,wenn auch die Gegend von Schlettstadt-Epfig, Coblenz-Ochtendung undUrmitz bei Andernach für jene Schauplätze mit aller Wahrscheinlichkeit inBetracht kommen. Voraugusteische Befestigungen bei Urmitz und Ben-dorf harren noch der näheren Untersuchung.

Augustus traf während seiner Anwesenheit in Gallien (16—13 v. dir.)umfassende Maßregeln zur Unterwerfung Germaniens, wofür er dieRheinlinie zur Operationsbasis ausersah. Von seinen Stiefsöhnen stießTiberius von Gallien aus längs des Oberrheins bis zum Bodensee und zuden Quellen der Donau vor, Drusus errichtete längs des Rheins nachElorus mehr als 50 Kastelle und drang dann siegreich gegen die Elbe vor.Sein frühzeitiger Tod (9 v. dir.) und die Niederlage des Varus im Teuto-burger Wald (9 n. dir.) vereitelten alle diese Pläne, die im Zusammen-hang mit der gleichzeitigen Einverleibung von Rätien, Noricum, Panno-nien, Moesien die Vorschiebung der Reichsgrenze bis zur Elblinie unddurch Böhmen zum großen Donauknie bezweckten. Zwar rühmt sichAugustus auf der Ancyranischen Inschrift, er habe Germanien biszur Elbe „befriedet“ (Gallias et Hispanias provincia[s et Germaniam quainclujdit Oceanus, a Gadibus ad ostium Albis fluminis pacavi), aber inWirklichkeit konnte östlich des Rheins nur ein verhältnismäßig schmalerUferstreifen gleichsam als Glacis der linksrheinischen Festungen unterrömischer Aufsicht frei von feindlichen Germanen gehalten werden. Erstden flavischen Kaisern glückte es, den toten Winkel zwischen der Rhein-und Donaugrenze, der die beiderseitige Verbindung ungemein erschwerte,durch Anlage des obergermanisch-rätischen Limes wenigstens teilweisezu beseitigen. Es war dies eine kleinliche Lösung gegenüber dem augu-steischen Riesenplan. ■ Damit verzichtete Rom ein für allemal auf größereEroberungen im freien Germanien, während ein ähnlicher sinus imperiian der unteren Donau von Trajan durch Einrichtung der Provinz Daciaausgeglichen wurde. Wir dürfen deshalb die Periode der militärischen