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über deutsche Familiennamen Dank zu schulden, und nahm michdeshalb mit zu einer Privataudienz beim Papste sowie hei dessendrei Schwestern auf dem Corso Vittorio Emanuele. Der Besuch beiletzteren war etwas, was sich nicht einmal der Papst erhüben konnte.Denn um das Märchen von seiner Gefangenschaft aufrecht zu erhalten,hütet er sich, den tausendzimmrigen Vatikan zu verlassen, der imübrigen auch ganz heimisch und neuzeitlich eingerichtet war. ZumBeispiel sah ich in der Anticamera elektrisches Licht, Fernsprecher,Füllfederhalter etc. Nur die Hauptsache: der Geist erwies sichrückschrittlich. Das gaben die Römer nicht dem Papste, sondernden Jesuiten schuld, unter deren Einflüsse er stände. Die OppositionRoms gegen den Jesuitengeist veranlaßte mit die großartige Aus-schmückung der Stadt zu dem wenige Tage später erwartetenEmpfange des Präsidenten Frankreichs, als Demonstration für einStaatsoberhaupt, welches den Vatikan zu ignorieren wagte. Mansprach nicht mehr vom Pantoffel des Papstes; noch weniger küßteman ihn. Man sprach vom Pantoffel der Jesuiten, unter welchemder Papst stünde. Letzterer selbst galt für milde und versöhnlich,hatte z. B. auch für seine Besucher, die Leo XIII. rücksichtslos stehenließ, Sitzgelegenheit in der Sala Clementina geschaffen.
Und auch zu uns sprach mild, zwar nicht mit den Wortenaus Scheffels Trompeter, aber dem Sinne nach:
»Der Heilige Vater: ,Sonder Trost darfKeiner heim aus Roma pilgern,
Und als Arzt der Seele muß ichEuch vor künft’ger Ohnmacht hüten'«.
Durch obigen A. Mervillie und seinen Freund Croke, päpstlichenArchivar, waren mir auch die Archive des Vatikans geöffnet. Aberfür die Geschichte der Holbeiner hat sich darin bis jetzt nichts ge-funden.
Überhaupt nichts in Italien, obwohl wir doch sonst Holbeinerin allen Nachbarländern angetroffen haben: in Österreich-Ungarn,Schweiz, Frankreich, England, sogar auf der iberischen Halbinsel undin Indien.