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Die Holbeiner : ein Überblick über eine 700-jährige bürgerliche Familiengeschichte mit Stammbäumen
Entstehung
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trug, ja denselben wohl schon seit der Besiedelung des Alpengebietesdurch die deutsch-schwäbischen Eroberer führte.*) Auch tragen dieanderthalb Kilometer von Bürglen an der Gotthardstraße gelegenenHäuser unterhalb Schachdorf den Namen Castein oder Kastell, einebenfalls auf römische Reste hinweisender Name, und Altdorf selbstgehört zu den Ortsnamen wie Altenburg, Altstetten, welche fastohne Ausnahme eine ehemalige römische Niederlassung bezeichnen.«So schreibt Zeller-Werdmüller 1 . c. S. 122.

Dessen ungeachtet erscheint es ihm Seite 123 »unwahrscheinlich,daß hier ein Kastell könnte gestanden haben, denn die ReliquiaeTauriscorum, welche Tschudi in seiner Karte von 1539 in dieseGegend verlegt, sind kaum ernsthaft zu nehmen, und der Gotthardpaßwar zur Römerzeit noch nicht geöffnet. Auch wäre es schwierig,die vorhandenen Turmreste in eine Kastellform zu bringen, und esist der Mörtel des noch unversehrt erhaltenen Meyeramtsturmes ent-schieden mittelalterlich. — Man wäre allenfalls geneigt, an einen fränki-schen Königshof zu denken, um das frühe Vorkommen des NamensBürglen zu erklären. — Die Stellung der Türme läßt sich am ehestenbegreifen, wenn man annimmt, der Meyeramtsturm habe mit seinenGenossen als Bestandteile einer das Schächental abschließenden Tal-sperre gedient. In diesem Falle hätte wohl eine über den Abhanghinunter laufende Mauer den Raum zwischen dem Meyeramtsturmund dem Schächenbach verschlossen. Die Türme A und B, B und Cder nachfolgenden Beschreibung wären ebenfalls durch Mauern ver-bunden gewesen. Eine nach der Bergfalte laufende Mauer hätte dieletzte vervollständigt. Zwischen den Türmen C und D war derDurchlaß für die ins Tal führende Straße. Statt der Mauern mögenauch nur jeweilen im Kriegsfälle bloße Verhaue angebracht wordensein.«

Zum Verständnis dieser Stelle Zellers muß hier eine Beschreibungeingeschaltet werden, welche er Seite 121 gibt. Er sagt:

»Am Eingänge des Schächentales, ungefähr einen Kilometerseitwärts der Gotthardstraße, liegt auf einem Schutthügel malerischdie Kirche des Dorfes Bürglen, welche mit ihrem romanischen Kirch-

*) Anm. d. H.: Ebenso Anzeiger für schwäbische Geschichte u. Altert. Bd. V1859, S. 33.