ig6 Gutenbergs Ernennung zum Hofbeamten.
Schliesslich sei noch die Urkunde erwähnt, durch welche Kur-fürst Adolf II. von Mainz Johann Gutenberg unter seine Dienstleuteaufnimmt. Sie lautet nach Köhler:
IPir Jlbolf ermelter unb beftetigtcr Crtjbijdjof 511 ilicntje bcfcnncu ic. bas mirbjabcit angefcl;en annemige tmnb miliige btenft, bie uns unb ttuferm Stift unfer liebergetrnroer 3oll<utit (5ubenberg getrau bait. 2c. barumb cnb »an befunbern gnaben mirine 511 nnferetn bljiener unb tjoffgefinb riffgenommen unb entpljaljen zc. EOir follcn rmbmotten ime and; folidjcu btenft, bmile er lebet, nit rfffagett, unb uff folidjs bienftes beftcbos genefen möge, fo tuollett mir ittte alle iar unb eyits iglidien iars, man mir unferngemeinen boffgefinb fleyben merben, 3U iglid/cn 3yteu, glidj unfern fibcleu fleyben, unbunffer Ijoffffeybrntg geben laiffen, unb alle iarc eins igfidjen iars jmentjigf maltet fontsunb 5tney fuber mttts, 31t gcbraudjuitg fittes Hüffes, bodi, bas er bie nit uerfeuffe, oberuerfdjengfe, fry ane ungelt, nybertage uttb meggelt in unfer Statt llict^e ingetjenlaiffett, ine and; btnile er lebt unb unfer bl;iener fitt unb blibctt miirbet, madjetts, uolgczc bienft, fdjatjung unnb anberer in gnabett crlaiffen. unb l;at uns bariiber ber egett«»'3ot;ann ©ubenberg in truroen gelobt zc. (Eltuil am bornftag Sant Antonien tagMCCCCLXV.
Wenn man vielleicht meinen sollte, der Kurfürst habe damiteinem verarmten Erfinder eine Pfründe verliehen und seine Erfin-dung ehren wollen, so möchte man sich damit gewaltig irren. Einesolche Hofstelle wurde nur Bürgern verliehen, welche durch ihrGeschlecht und ihre Verdienste ausgezeichnet waren, wiedenn der Kurfürst Albert im Jahre 1483 unter 11 Adeligen aucheinen Johann von Sorgenloch, genannt Gensfleisch zu seinem Mini-sterialen oder Diener ernannte. Gerade diese Auszeichnung lässtuns den Erfinder in seinen letzten Lebensjahren als einen ange-sehenen, vermögenden Mann erkennen, und so scheiden wir denn vonden Untersuchungen des wenig bekannten, durch die Urkunden mehrverzerrten als erhellten Lebens des Erfinders mit der Ueberzeugung,dass dieser Mann, dessen grossartigen Erfolgen zwar die Schattendes Unmuths über Eingriffe in sein Recht, und die Sorgen um dasauf die Erfindung aufgewendete Vermögen nicht fehlten, doch inseinem Lebensabend geachtet und sorgenfrei sich an derKunde erfreuen konnte, dass seine Erfindung sich in weiteren Städtenzum Segen der Menschheit und zur Ehre seiner Vaterstadt Mainzverbreitete.
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