Dr. Homerys Pfandrecht auf Typen. 152
ausser in zwei kleinen undatierten Werken: Summa de articulis fidei undTractatus racionis et conscienciae, noch in einem Ablassbriefe von 1461und in dem Vocabularium ex quo vom Jahre 1467 (zweite Auflage mitgleichen Typen 146g) vor, in dessen Schlussschrift es heisst, dassdasselbe von Henricus Bechtermuncze begonnen und nach dessenTode von Nycolaus Bechtermuncze und Wygand Spyesz vollendet wurde.Die Verwandtschaft der Bechtermünze mit Jakob von Sorgenloch,welcher mit einer Else Bechtermünze verehelicht war, lässt die Nach-richt des Lignamine, dass Jakob Gutenberg (d. i. Jakob von Sorgen-loch) 1457 Buchdrucker zu Mainz war, sachentsprechend erscheinen,aber weder Jakob von Sorgenloch, noch die Bechtermünze könnenso unbemittelt gewesen sein, dass sie mit geborgten Typen druckten,und Gutenberg hatte kein Recht, Typen, welche nicht ihm gehörten,sondern dem Dr. Homery, seinen Verwandten zu leihen und durchAbnützung entwerten zu lassen. Andere Typen als die der 3ÖzeiligenBibel und die Katholikontypen finden sich in anderen als Fust-Schöffer-schen Drucken zu Mainz bis zum Jahre 1468 nicht vor, und somitbleibt es unerfindlich, welche Typen sich in GutenbergsVerlassenschaft als Eigenthum Dr. Homerys vorfanden.
Dagegen geben die Typen des Katholikon zum Nachdenken übereine andere Thatsache Anlass. Wir haben 1454 neben der Guten-bergischen eine zweite Druckerei in Mainz gefunden, welche demJohann Fust gehörte. Im Jahre 1457 erschien der Psalter, in dessenUnterschrift Fust und Schöffer (siehe S. 57) als Drucker genanntwerden, deren vereinigtes Wappen diesen und späteren Büchern der-selben beigedruckt ist. Man ist der Meinung, dass Schöffer ein Ge-hilfe Gutenbergs war, dessen technische Befähigung es dem Fust er-möglichte, eine eigene Druckerei zu errichten, da Fust nach seinerAussage in der Helmaspergerschen Urkunde nur ein Gel d leih erwar und gar nichts von der Buchdruckerei verstand. Das steht aberin Widerspruch mit den Versen in Justinians Institutionen (sieheS. 60, Nr. VIII), wonach Gutenberg und Fust gemeinsam schnitztenund Peter Schöffer erst später zur Buchdruckerkunst gekommensei. Im Psalter tritt Schöffer als Geschäftstheilhaber auf, und wenner später von Fust sein Diener genannt wurde, so konnte sich dies