130 Gutenberg und der Mainzer Stadtschreiber in Strassburg.
licherweise sich geweigert haben, nach Mainz zurückzukehren, undda 1422 durch eine Mainzer Rathsverordnung aller Verkehr mitdenen, welche ihre Bürgerschaft abgelegt hatten, mit schwerer Strafebedroht war, so konnte allerdings Johann Gänsfleisch 310 Guldenan rückständigen Zinsen von Mainz zu fordern haben — voraus-gesetzt, dass er 1434 noch lebte; aber gerade das Letztere ist zubezweifeln, weil 1432 der Herr zu Eppstein einen Vergleich überdie Lehengüter mit Johanns Söhnen Peter und Georg abschloss.Dass Johann Gänsfleisch einen Sohn Johann hatte, wie Schaab an-nimmt, ist in keiner Weise erwiesen, wir kennen nur einen Enkel Johannvon Sorgenloch, und dieser konnte nicht handeln, solange sein VaterGeorg lebte, der erst um 1442 starb, denn in diesem Jahre ging das Lehenzu Mettenheim an den Sohn Johann über. In der Mainzer Chronikkommt von dieser Verhaftung des Stadtschreibers nichts vor, hiersteht nur, dass am 30. November 1437 die Bürgermeister und Rätheder Städte Worms, Speier, Frankfurt und Oppenheim den Streit derMainzer Bürger schlichteten; von Oppenheim waren Rudiger zu deralten muncze und Heinrich von Dittelnsheim der alte nach Mainzentsendet worden, der Name Artgeld kommt im Register der Chroniknicht vor.
Darauf, dass Johann Gutenberg zwei Monate später in Mainzeinwilligt, dass seine Leibrente von 14 Gulden auf 12 herabgesetztwerde, braucht hier nicht eingegangen zu werden, denn selbst an-genommen, dass die Erklärung vor dem Strassburger Rathe echtwäre, so würde es sich nur um die Verwechslung zweier verschie-dener Personen handeln, der Strassburger Johann Gutenberg warder Sohn des Niklas, der Mainzer der Sohn des Friele.
Als Prof. Schöpflin nach Strassburg kam, wunderte er sich,dass die Strassburger den Mentel für den Erfinder der Buchdrucker-kunst hielten, während die öffentliche Stimme in Europa bereits demGutenberg diese Erfindung zuschrieb, und er empfahl den Strass-burger Gelehrten, dem Mainzer Gutenberg einen Strassburger Guten-berg entgegenzustellen, nachdem er aus den zwei von Scherz imArchiv der St. Thomaskirche zu Strassburg entdeckten Urkundenersehen hatte, dass Gutenberg 1441 in Strassburg gewesen sei. Sie