Die Höfe zum Gänsfleisch und zum Gutenberg.
Herrschaft des Domcapitels, und als die Bürger sich 1476 dagegenauflehnten, unterwarf er sie und behielt nun die Stadt für sich.Kaiser Maximilian erkannte bei seiner Wahl zum römischen Königi486 die Herrschaft des Erzbischofs ohne Vorbehalt an.
Diese kurze Darstellung der Mainzer Wirren im XV. Jahrhundertbeweist, wie wenig richtig die Meinung derjenigen ist, welche glauben,dass alles so kommen musste, wie es gekommen ist. Inmitten einesStreites, an dem seine Familie in vorderster Reihe betheiligt war,dem er selbst vermöge seiner Stellung nicht ferne bleiben konnte,versenkte sich Johann Gänsfleisch-Gutenberg in die Erfindung einerKunst des Friedens, der Wissenschaft. Fast scheint es, als habeer in dieser Beschäftigung Trost und Erholung inmitten der Aerger-nisse gesucht, welche die Ereignisse des Tages ihm bereiten mussten.Wie die Dichtkunst in trüben Tagen den Geist in reinere Höhendes Gedachten und Ersehnten erhebt, wie Friedrich Schiller im Ge-töse der Waffen und in Deutschlands Erniedrigung die herrlichstenGesänge von Menschenliebe und Geistesfreiheit schuf, so bildete derErfinder der Buchdruckerkunst mitten im widrigsten Streite jeneswunderbare Werkzeug, welches eine Burg der Vernunft, der Gesittungund des Wissens erbauen sollte.
Der Name Gänsfleisch-Gutenberg hängt mit zwei Höfenzusammen. Der Hof zum Gänsfleisch war im Jahre 1332 imBesitz der Familie. Bei der Untersuchung wegen der Unruhen sagteWentze Schop auf seinen Eid: »Da ging ich zur Stunde mit SpierersKnechten in Herrn Frielens Hof zum Gensfleisch und fand da HerrnFrielen und seine Kinder, Spierer und einen Schuller (Schullehreroder Schüler) gewappnet sitzen und hatte jeder seinen Helm vorsich stehen.« Später ist der Hof in fremde Hände übergegangen,sei es durch Aussterben des Mannsstammes der ersten Linie oderdurch Verkauf; im Jahre 1420 war er im Besitz des Peter Silber-berg, welcher 142g Rathsherr und Schatzmeister war, im selbenJahre zum Bürgermeister gewählt wurde, dagegen 1445 das ihm an-gebotene Rathsamt ablehnte.
Der Hof zum Gutenberg war Judenerbe und scheint im Be-sitz der Familie Zum Jungen (siehe S. 64) gewesen zu sein. Wer