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Schöpflins angebliche Entdeckungen.
auch die angebliche Randglosse wurde nicht vorgelegt. Dr. van der Lindebemerkt dazu (Gutenberg, S. 34): »Mit dieser Urkunde wurde esalso nichts, und darum halte ich einen angeblich aus dem Helbeling-zoll abgeschriebenen Posten, dass diesen Zoll geben habe EnnelGutenbergen, für eine, die nichtssagende Randbemerkung ergänzendeFälschung. Die Angabe findet sich nämlich „an einer anderen Stelle,jedoch ohne Jahr". So notierte man damals nicht, so gibt mankeine Urkunden heraus, und auf Grund solcher jämmerlichen Actendürfen wir Gutenberg weder kirchlich noch weltlich vermählen.«Linde hat Recht, es war sehr unklug von Prof. Schöpflin, seineNachricht nicht mit einer regelrechten Urkunde zu belegen.
Fünf Jahre später, 1745, als der die Schätze der Stadt bergendePfennigthurm abgetragen werden sollte, ging Schöpflin durch dessenRäume, betrachtete die Strassburger Fahnen und Standarten, dieWachstafeln, die mit der goldenen Bulle versehenen Charten undandere Alterthümer, welche er schon früher gesehen hatte, und kamin ein Zimmer, welches sonst selten aufgeschlossen wurde. Hierentdeckte er in einer langen Reihe die alten Protokolle desSenats, nämlich kleine Foliobücher, welche mit den Jahren be-zeichnet waren. Heinrich Barth, damals Vorstand der Archive, ent-zog sie nun mit Schöpflin der Dunkelheit; beide prüften dieselbenund Schöpflin machte sich daraus Auszüge. Doch kaum hatte erden Band von 1439 in die Hand genommen und die Handschriftaufgeschlagen, so sah er den Namen Gutenberg, und weiter lesend,fand er eine lange Reihe von Zeugen, die ihr Zeugnis über einGutenbergisches Geheimnis abgaben, welches die meisten von ihnenals die Buchdruckerkunst klar bezeichneten. Er scheint dabei ganzvergessen zu haben, dass er bereits 1740 von Wencker das Urtheilin dem Processe erhalten hatte, dessen Verhandlung er hier nun fandund an deren Ausgabe er nun fünfzehn Jahre arbeitete, dennerst 1760 erschienen diese Processacten in der Oeffentlichkeit.
In diesen Processacten fand van der Linde etwas Neues. Er sagt(Erfindung, S. 751): »Gutenbergs Einnahmsquelle ausser der unge-nügenden Mainzer Leibrente war sein eigentliches Gewerbe, dieGoldschmiedekunst. Ein Strassburger Goldschmied, Hanns Dünne,