Wimpfelings Schwankungen.
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Ueber dessen Untreue bekümmerte sich Mentel so hart, dass er starbvor Leid, 2 ) und ward zu Ehren der Kunst im Münster begraben undeine Druckerpresse auf seinen Grabstein eingehauen. Hernach strafteGott seinen Diener Genssfleisch auch, dass er bis an sein Endeblind geworden. Ich habe die erste Presse, auch die Buchstaben,gesehen, sie waren von Holz geschnitten, auch ganze Wörter undSilben, hatten Löcher, und man fasste sie mit einer Nadel an eineSchnur nach einander und zog sie dann nach den Zeilen in dieLänge. Es ist Schade, dass man solches Werk, welches das aller-erste in aller Welt gewesen ist, hat verloren gehen lassen.«
Diese Sagen hatten schon früher den Professor Wimpfeling irregeführt. Nachdem er 1499 anschliessend an Gelthus Widmung denfoclix aiisicarus gefeiert (siehe oben S. 70), schreibt er in dem zuStrassburg 1501 erschienenen Werke Germania cisrhenana : »EureStadt Strassburg scheint durch die Erfindung der Buchdruckerkunsterhoben zu sein, obschon diese Kunst in Mainz vollbracht worden«;1502 im Efitovie verum Germanicarum (herausgegeben zu Strassburg1505): »Im Jahre Christi 1440, unter der Regierung Kaiser Fried-richs III. ward von Johann Guttenberg, einem Strassburger, eine bei-nahe göttliche Wohlthat über die Welt gebracht, indem er eine neueKunst zu schreiben erfand, denn er hat in der Stadt Strassburg dieKunst zu drucken erfunden, und als er hierauf nach Mainz gekommen,sie glücklich vollbracht.« Im selben Jahre erzählt er in seinem Katalogder Strassburger Bischöfe, von dem Bischof Robert redend, dass unterdiesem die edle Buchdruckerkunst von einem Strassburger, obschonunvollkommen, erfunden worden. Als dieser aber nach Mainz ge-kommen, so sei mit Hilfe eines gewissen Johann Gensfleisch, welcherin seinem Alter blind geworden, in dem Hause zum Guttenberg, woringegenwärtig das Juristencollegium ist, diese Kunst vervollkommnetund vollbracht worden zum ewigen Ruhm der Deutschen.«
Mit der Sage, dass in Strassburg die Buchdruckerkunst, wennauch nur unvollkommen, entstanden sei, steht im Widerspruch, dass
2 ) 1478, also 21 Jahre nach dem Erscheinen des Mainzer Psalters undiS Jahre nach dem Drucke seiner (Mentels) Bibel.