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Die Erfindung der Buchdruckerkunst nach den neuesten Forschungen
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Mentel als angeblicher Erfinder.

das bereits oben (S. 72) erwähnte, von Kaiser Friedrich III. diesemverliehene Wappen, um es mit einer Aufschrift zu versehen, welcheden Mentel als Erfinder der Buchdruckerkunst bezeichnete, und imJahre 1536 veröffentlichte er in seinem Historienbüchlein folgenden Vers:

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Johann Mentel war Goldschreiber, und es ist nicht unwahr-scheinlich, dass er als solcher mit der Ausschmückung der Guten-bergbibeln beauftragt wurde. Nach der Erzählung des Faust vonAschaffenburg soll sich Gutenberg nach dem Streite mit Fust nachStrassburg begeben haben, und es ist wahrscheinlich, dass er diesthat und seinem Vetter Jakob von Sorgenloch seine Mainzer Werk-stätte überliess, denn dadurch wäre die frühzeitige Verpflanzung derBuchdruckerei nach Strassburg und der Bericht des Lignamine er-klärlich, wonach um 1459 Jacobus Gutenberg und Fustus in Mainzund Johannes Mentelinus in Strassburg jeder täglich 300 Blätterdruckten. Wenn darauf Gutenberg wieder nach Mainz zurückkehrte,worüber Mentel sehr betrübt war, so konnte leicht die Sage von derUntreue Gutenbergs entstehen, welche der Baumeister Daniel Speck-lin in der Strassburger Chronik in folgender Weise erzählt: »Anno1440. Damals ward die herrliche Kunst, die Buchdruckerei, zu Strass-burg erfunden durch Johann Mentele am Frohnhof zum Thiergarten,sein Schwager Peter Scheffer und Martin Flach 1 ) verlegten solches,aber sein Diener Johann Genssfleisch, als er ihm die Kunst genug-sam abgestohlen, floh in seine Heimat gen Mainz, wo er dieselbedurch den Guthenberger, welcher reich war, besser in Ordnung brachte.

') Dieser errichtete in Strassburg eine Druckerei drei Jahre vor Mentels Tode.