Chronik der Stadt Cöln.
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schrieb in einer Vorrede des Buches, Quintilian genannt, 1 ) und auchin anderen Büchern: ein Wale aus Frankreich, genannt NikolausJenson, habe diese meisterliche Kunst erfunden. Aber das ist offenbargelogen, weil noch jene am Leben sind, welche zu Venedig druckten,bevor Nikolaus Jenson dahin kam und dort Schrift zu schneiden undzu bereiten begann. Vielmehr war der erste Erfinder der Druckereiein Bürger von Mainz und war in Strassburg geboren und hiess JunkerJohann Gudenburch. Von Mainz ist die Kunst zu allererst nach Cölngekommen, dann nach Strassburg und darnach nach Venedig. DiesenBeginn und Fortgang der Kunst hat mir mündlich erzählt der ehr-same Mann, Meister Ulrich Zell von Hanau, Buchdrucker zu Cölnnoch derzeit anno 1499, durch den die Kunst nach Cöln ge-kommen ist. Es gibt auch ein Theil vorwitziger Männer, welchesagen, man habe auch vormals Bücher gedruckt, aber das ist nichtwahr, denn man findet in keinem Lande Bücher, die zu derselbenZeit gedruckt sind.«
Bezüglich der holländischen Donate, welche das Vorbild derBuchdruckerei geliefert haben sollen, ist eine Stelle im Tagebuch desAbtes Jean de Robert beachtenswert, welche lautet: » Item für einDoctrinale, jete en moule, das ich zu Brügge durch Marquart, denersten Schreiber von Valenciennes im Jahre XLV (1445) für Jacquetholen liess, 20 soli to2irnois. Alexanderchen bekam auch ein solches,das die Kirche bezahlte. — Item ich sendete ein Doctrinale nach Arras,um Dom Gerard zu lehren, das in Valenciennes gekauft worden ist ,jete enmoute, und kostete 24 Groschen. Er schickte mir das erwähnte Doctri-nale zurück am ersten Allerheiligentage des Jahres LI (1451), indemer sagte, es sei wertlos und voller Fehler; er hatte (selbst) eines vonPapier gekauft.« In dem Privilegium, welches Ludwig XI. 1474 denPariser Druckern verlieh, »ihre Kunst auszuüben, um auf verschiedeneArt Bücher herzustellen, Schriften en moste und andere«, scheint dasWort moste — moule, motte, welches nach Du Cange früher einen»Abdruck in Wachs« bedeutete, dem Holztafeldruck zu gelten. Wenndaher in neuester Zeit die »Chronik von Cöln« dahin gedeutet wird,
') Siehe S. 65 und 66.