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Vergleichung der beiden Bibeln.
Der Göttinger Bibliothekar, Herr Dziatzko, hat beide Bibeln sehreingehend miteinander verglichen, ebenso verschiedene Exemplare jedereinzelnen Bibel. Wir verdanken ihm die Entdeckung, dass auch die36 zeilige Bibel einen Neu- oder Nachdruck erfahren hat, da die An-fangs- und Schlussworte der ersten fünf Blätter nicht übereinstimmen(siehe S. 23). Durch weitere Vergleichung der Texte ist Herr Dziatzkozu der Ansicht gekommen, dass die ersten fünf Blätter der 36 zeiligenBibel vom Original, dagegen der Neudruck dieser Blätter, sowie dieübrigen Seiten der 36 zeiligen Bibel Nachdruck der 42 zeiligen Bibelseien; insbesondere stützt er sich darauf, dass in dem StuttgarterExemplar auf Blatt io d am Ende ein nicht hieher gehöriger Satzsteht, welcher nur dadurch zu erklären sei, dass der Setzer an dasletzte Wort der 42 zeiligen Bibel Blatt 7 d die Anfangsworte von Blatt 9 aanfügte, somit ein Blatt überschlug, ein Irrthum, der jedoch bald be-merkt worden sein muss, da das Wiener Schwesterexemplar der Stutt-garter Bibel diese Stelle richtig zeigt. Hiemit scheint auch die spätereRubricierung der 3Özeiligen Bibel übereinzustimmen. Dem steht jedochdas gewichtige Bedenken gegenüber, dass es undenkbar ist, ein Buch-drucker habe mit der 36 zeiligen Bibel, welche 882 Blätter hat, dieConcurrenz mit der 42zeiligen Bibel und ihren 641 Blättern aufnehmenwollen, welche ja um den vierten Theil billiger verkauft werden konnte;wahrscheinlicher ist doch, dass der Drucker der 42 zeiligen Bibel der36zeiligen Concurrenz machte, indem er seine Bibel um ein Viertelbilliger verkaufen konnte. Wir finden in den Bibeln des XV. Jahr-hunderts eine fortwährende Steigerung der Zeilenzahl und Ver-minderung der Schriftgrösse: Mentels lateinische Bibel, welche um1460 gedruckt wurde, hat 49 Zeilen, die 1462 von Fust und Schöfferzu Mainz gedruckte 48, eine mit Antiqualettern um 1467 gedruckte56 Zeilen, und allmählich wird die Schrift so klein, dass Froben seineBibel 1490 mit Nonpareille druckte.
Es dürfte doch wohl möglich sein, dass der von Herrn Dziatzkobemerkte Setzerirrthum darauf beruhte, dass eine handschriftliche Bibelin den Seiten mit der 42 zeiligen Bibel übereinstimmte und durch dasUeberschlagen eines Blattes der falsche Satz erfolgte; ebenso könnenalle anderen Fehler beim Drucke auf der Handschrift beruhen. Die