bedauere ich sehr und es gehet nur nahe, daß ich den armen Abgebrannten nichtso Helsen kann, als ich gerne wollte :c. Ich würde es Dir übel genominen haben,wann Du bei so gestalten Umständen die (lomtmsss und Schwester Lottchcnnicht aufs Schloß genommen hättest, und ich habe solches bereits in meinen, letzteman die Schwester und auch an den Hrn. Rath geschrieben, auf daß dieser ihnenaus alle Weise a,ssist,iren möchte, ohngeachtet sowohl derselbe mir versicherte, daßdie (lomlssss und meine Schwester zwar auch abgebrannt wären, aber alles gerettethätten, so der Detter Leopold mir auch meldete, daß er selbst ihnen alles rettenhelfen. Die armen ^.nsssuschen äuinsn sind wohl sehr übel auf solche Art sitniret,ich hoffe unterdessen, man wird sie von denen Thlrn., so ich ihnen assi^uirethabe, mit part-mipiren lassen :c. Es ist freilich Gott zu danken, daß er alles Unglückvom Schloß abgewendet w. findest Du es billig, so danke dem Herrn Grafenvon Roßla vor seine gütigst geleistete assislsnek in meinem Namen auf einegeziemende Weise, dann die Werkzeuge, deren sich Gott bedient, muß man ehren :c.,und wo Geld vorräthig ist, so g-ssistäre denen Verunglückten nach Ulöglichkeit :c.Der Detter Leopold hat mich um Erlaubnis gebeten, daß seine Schwesternnach GeHofen ziehen dörfen. Ich habe geantwortet, daß dieses nicht von mirallein abhinge, wären's aber die andern lutöi-esssut-sn zufrieden, so ließe ich esmir auch gefallen, nur müßte es die Verpachtung nicht ulksriren rc.
Unterdessen muß die Sache mit Rötha ernstlich getrieben werden, damitselbige noch bei Deinem Dortsein geendiget wird. Du sagst, meine Rechnung vonjährlich zu bezahlenden sOV? Thlrn. s2 Gr. seie richtig, aber die sät) Thlr. an dieFrau Jägermeistern nicht. Uuiß ich dann aber nicht die Interessen der an denRath Rncllvtk bar gegebenen Gelder auch rechnen, die sich über 7/m Thlr. eiren be-lausen? Wenn der Totenschein, den ich unterm s2. 7br. an den Rath geschickthabe, nicht Ik^al ist, weiß ich keinen andern zu schaffen. Im KI. 8olinilirol<,wo er, der sei. Krnder, sich aufgehalten, doch aber auch abwechselnd, ist keinKastor, ich habe schon Hin- und Herschreibens genug gehabt. Daß der Krnderohne männliche Erben verstorben und nur eine Tochter hinterlassen, ist ja indem uokurinlischeu Instrument, deutlich und glaubwürdig nttestiret. Das Invsntnrnnnvon Hörle finde nur eine Lvpiu, sowie es hierbei überkommt. Das Drignml desWiederkaufkontrakts habe ihme unterm ss. April In a. überschicket, und Du hastes ja schon selbst gelesen und mir darüber geschrieben. Alan muß also schon sehen,wie man es damit macht; dann wann ich die Z000 Thlr. aus dem Werther'schen(lnneurs gegen die Zeit erhalte, so sehe ich so nicht ab, wie es bedrücken werde.Wegen der Hohenthal'schen Lupitnlin schreibest Du nur auch nichts und weißtdoch, daß nur dieses so sehr am Herzen liegt. Die Werther'sche Forderung werdeich von jetzo an ernstlich treiben und mich an den Aönig wenden :c. w. Alleswas Du sonsten etwa aufm Herzen hast, das schreibe offenherzig und ohne Um-schweife und thue nichts ohne Rath, so wirst Du mich allzeit als einen liebenden,treuen Dater finden. (Vl>erstem.
R. s. Zllleweile erhalte ein Schreiben von firn. Uarelr aus fialberstadt, welches in oopininhierbei sende; schreibe mir Deine Meinung darüber. Wie sind dann des Raths Verrichtungenin Dresden abgelaufen und was bat er ausgerichtet?
1777 (?). Riem lieber Sohn! Dein Schreiben vom Aug.habe ich zurecht erhalten w. Es scheint nur, daß mein letzteres Schreiben Dir zuempfindlich gewesen, sulomcm sagt in seinen Sprüchen dup. 13. Ii „Ein weiserSohn lässet sich den Dater züchtigen." Wann ich Dir eine gute Lehre undErmahnung gebe, so fließet selbige aus einer reinen Absicht, aus väterlicher Liebeund Zärtlichkeit, denke nicht, daß Du selbige nicht mehr nöthig habest. Esist gut, einen Freund und Dater haben, der einen zur Weisheit leitet.Du bist jung und jetzo einer Pflanze zu vergleichen, welche dereinst schöneBlumen hervorbringen soll, daher auch fleißig begossen, von Unkrautgereiniget und für Hitze und Sturm bestmöglichst bewahret werden muß.