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Wohnsitz zu Groß-Leinungen und führte für seine Vettern Ludwig zu Königsberg,Karl zu Mannheim und Franz zn Arleshcim (H. N. 70) die Geschäfte bezüglichderen Güter in Sachsen. In Mainz besasz er ein Haus. Seine die zur Zeit derKaiserkrönung 1745 in Frankfurt a. M., Mainz und Aschaffenburg stattgehabten Fest-lichkeiten betreffenden ausführlichen Berichte sind ein gewiß interessantes Gegenstück zuGoethe's Schilderung der Feierlichkeiten bei der Krönung Joseph's II.
Dessen Tochter 1r Ehe:
Ernestine Johanne Helene Comtesse v. Eberstein, geb. 10. Okt. 1731, ff 28. Juli 1758infolge des Wochenbettes (mit Hinterlassung eines Sohnes), verm. 8. Mai 1757mit dein kurmainz. Ober-Jägermeister Karl Franz Wolfgang Joseph Frhrn.v. Hausen auf Lorsch und Gleichendorf (geb. 6. Jan. 1723, f 7. Mai 1793). Inder Pfarrkirche zu Lorsch befindet sich ein Denkmal der 1758 f Ernestine Frfr.v. Hausen geb. Eomkssss v. E. Ihr Sohn Friedrich Karl Anselm Joseph WilhelmFriedemann Frhr. v. Hausen (geb. 24. Juli 1758, 27. Mai 1802 von Wilddiebenerschossen), kurmainz. Kammerherr und Ober-Forstmeister, war der Allodialerbe desGrafen Friedrich v. Eberstein. Von dein Vater dieses Allodialerben, der in väterlicherGewalt seines Sohnes eine Session aller Ansprüche desselben sämtlichen Herrenv. Eberstein Neuhäuser Linie offerirt hatte, acquirirte per aassionsn cl. cl. Lorsch5. März 1773 der damalige Oberstlieutenant Joh. Karl Friedr. Frhr. v. Ebersteinzu Tilsit das Amt Leinungen nebst Zubehör (Hist. Nachr. S. 239 ff.).
Kaiser Karl's VI. Tochter Maria Theresia wurde nach ihres Vaters 1740erfolgtem Tode Erbin der österreichischen Länder. Dagegen verbanden sich Bayern,Frankreich, Spanien, Sardinien und Sachsen zu Zerstückelung der österreichischenMonarchie, wodurch es zum Ausbruch des Osterreichischen Erbfolgekrieges kam.Maria Theresia (die nur Königin von Ungarn bleiben sollte), von England, Hollandund gegen Ende dieses Krieges auch von Sardinien und Sachsen unterstützt, befreitedurch Aufruf der Ungarn Osterreich, schlug die Franzosen und trieb sie über denRhein. Ihr Gemahl Franz Stephan von Lothringen wurde 1745 zu Frankfurt amMain zum Deutschen Kaiser gewühlt. In dem k. Hauptstaatsarchive zu Dresdenfinden sich über die Kriegsbegebenheiten um diese Zeit am Rhein und über dieFeierlichkeiten bei der Krönung des Kaisers Franz I. nachstehende Berichte desdamaligen kurmainz. Oberstwachtmeisters, nachmal. Generalmajors Friedrich Grafenvon Eberstein.
Nr. 287.
Sire. Es scheinet nunmehro mit der Wahl zu Frankfurt Ernst zu werden,indem gestern von Jhro kurfürstl. Gnd. befohlen, daß der ganze Hof medio Angustizum Einzug sich bereit halten solle, auch mit heutiger Post allen abwesenden Cavalliersgeschrieben worden, sich gegen selbige Zeit hier einzufinden. Es wird solcher Einzugschwarz geschehen, und nach der herausgegebenen Verordnung sollen die Kannnerherrnund Truchseß reiten; wenigstens jeder Kannnerherr 3 Laqueyen, 4 Reitpferd; einTruchseß 2 Laqueyen und 3 Reitpferd ohne die Handpferd; die Herren Ministri undGeheimden-Räthe aber 6 Laqueyen und jeder seinen eigenen Wagen mit 6 Pferdenbespannt haben. Von denen Vrmäan ist es ietzo ganz stille, die österreichische stehetvon Stockstadt 1 Stunde unter Germersheim, allwo sie eine Brück nach der dasellfftbefindlichen Aue geschlagen, auch gestern vor Bibrich die fliegende Brück, so von Neu-wied kommen, dahin abgangen bis Heidelberg, da heut das großherzogl. Haupt-quartier sein soll, in kleinen Corps; und wie man sagt, werde sie in solcher Positionbis nach der Krönung stehen bleiben und ehender nicht über Rhein gehen, noch wenigerwas Hauptsächliches unternehmen. Die französische stehet 2 Stund von Wormsauf der Seite und ist das Hauptquartier des Prinz Conti zu Dermstein nach Grüne-stadt zu, allwo selbige auch stehen bleiben und den rsnlark aus Brabant mit weitererOrdre erwarte» will. Sie Hausen sehr übel, plündern hier und dar die Dörfer ausund ohngeacht der Güter Freundschaft mit Kurpfalz fouragiren sie Alles weg, ja nehmen