— 370 —
schafften undt Gedieht frei, sicher undt ungehindert paß- undt repaßizren zn lassen,besondern auch seiner redlich nndt trengelei'steten Dienste und Wolverhaltens halberalle ersprießliche ^reundschafft, undt fordersahinsten Wolwillen geben nndt gönnen.Welches nur einen jeden ^ Standes gebührnach zn verdienen ich mich anerbiethe. Uhr-knndlich ,nciner eigenen Handt Unter schrifft undt vorgedruektem pitschafft. Gegebenin meinem (Quartier Hufingen den s7. ölartii ! ^.nno H675.
(U. 8.) llemirk Mo N'ilrlm.
Perg.-Briginal im Besitz der Familie.
Auf den Wunsch der hochbetagten Eltern begab er sich zu diesen auf das SchloßNeuhaus, wo bald darauf (25. Juli 1675) die Mutter und 10'/z Monat später auchder Vater starb. Noch den Tag vor seinem Tode beauftragte der Feldmarschall seinenSohn Christian Ludwig, den jüngsten Sohn aus Detmold heiin zu holen.
Am 20. Juni 1677 verlobte sich Christian Ludwig mit Eleonore Sophie (geb.1. Febr. 1657 auf Beichlingen, f 26. Sept. 1720 abends zw. 6 u. 7 Uhr auf Neu-haus, 19. ej. in Rötha beiges.), des kursächs. ivirkl. Geh. Raths Friedrich v. Werthernauf Beichlingen (f 21. Dez. 1686) und der Agnes Magdalene geb. v. Häseler(f 13. Dez. 1665) ältester Tochter. Am 9. Juli 1678 fand auf dem Schlosse Beich-lingen auch die priesterliche Trauung statt.
Im Jahre 1680 vertraute ihm der Kurfürst von Sachsen das Kriegs-Kommissariat an und ernannte ihn 1682 zum Oberst-Wachtmeister von denRitterpferden. Im Jahre 1699 trat er auch in die Dienste der Fürsten von Anhalt,welche ihn zum Ober-Berghauptmann ihres gesamten Bergwesens ernannten.
Jni Jahre 1710 übergab ihm der Fürst zu Anhalt-Bernburg die Inspektionüber dessen ererbtes Fürstenthum Harzgerode und „Forst mit dem Prädikat alsOber-Aufseher und Ober-Forstmeister, welche Ämter er bis zu seinem im67. Jahre am 24. Okt. 1717 abends zwischen 6 und 7 Uhr sehr plötzlich erfolgtenTode versah. An seinem Todestage hatte er noch des Morgens früh in der Kirchezu Rötha das Abendmahl genommen, war aber darauf bei der Mittagsmahlzeit vomSchlage getroffen. Am 16. Febr. 1718 wurde er in das von ihm 1710 erbauteErbbegräbnis zu Röthas in Gegenwart der Leinunger und Morunger Amtsunter-thanen beigesetzt (s. „Histor. Nachr." S. 204).
Seine „liebreiche und vergnügte" Ehe wurde gesegnet mit 11 Söhnen und4 Töchtern, von welchen 4 Söhne und 3 Töchter vor ihren Eltern starben, also nur7 Söhne und eine Tochter dieselben überlebten, als
1. Graf Ernst Friedrich, Domherr zu Merseburg, kursächs. Kammerherr, Etats-rath und Gesandter an den kurfürstl. Höfen von Mainz, Trier und Düssel-dorf;
2. Wolf Dietrich, kursächs. Hauptmann;
3. Karl, fürstl. nassem-dillenb. Ober-Jägermeister und Kannnerjunker;
4. Anton Gottlok, fürstl. anhalt. Ober-Berghauptmann;
5. Ernst Kndolf, damals Kammerjunker des regierenden Fürsten von Nassan-Dillenburg, nachmals fürstbischöfl. eichstädtischer Ober-Stallmeister;
6. August Christian Wilhelm, Stifter der noch blühenden Morunger Branche;
7. Wilhelm und
8. Magdalena Elisabeth.
Christian Ludwig's nachm. Frau hatte kaum das achte Jahr erreicht, als sie durchden Tod ihre Mutter verlor, an deren Stelle darauf ihre Stiefmutter Justina Elisa-beth« geb. v. Löser a. d. H. Ahlsdorf trat. Unter mehreren Heirathsanträgenwählte sie 20. Juni 1677 den Christian Ludwig's v. E. Sie hatte nicht nur das Un-glück, den Tod mehrerer ihrer Kinder zn erleben, sondern auch den dreier Schwestern,
ch Chr. Ludw. baute auch den Kirchenstuhl zu Rötha, wohin Neuhaus eingepfarrt ist (s. darüberauch meine „Histor. Nachr." S. M3).