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die sich niemals vom Rappenstein nannten, 1 ) im Gegensatz zudenlegitimen Linien auf Seite der Neugläubigen gestellt, so jenergewaltthätige Reisläufer Pankraz Mötteli von Bischofzell, derdurch seine Angriffe auf französische Unterthanen der Eid-genossenschaft schwere diplomatische Verwicklungen zuzog undendlich zu Augsburg durch das Schwert des Scharfrichterssein bewegtes Leben endete. 2 ) Martin Mötteli, Kaplan inSulgen, war einer der ersten thurgauischen Geistlichen, dersich dem Evangelium zuwandte 3 ); Josef Mötteli war 1547bis 1551 Pfarrer zu Märwil, 1551—1568 Diakon in Turben-thal und starb zu Schlatt 1599. 4 )
Es ist immer ein bedenkliches Unterfangen,, eine Charak-teristik historischer Gestalten nach blossen urkundlichen Quellenzu versuchen; nur zu leicht zieht man aus einer vereinzeltenThatsache allgemeine Schlüsse und wittert hinter äusseren Vor-gängen innere Motive, die nie vorhanden waren.
Bei den Mötteli ergiebt sich aber eine Reihe ganz un-verkennbarer Familienzüge, die fast bei jeder einzelnen Per-sönlichkeit in analoger Weise sich äussern. Die hervorstechend-
1 ) Nur einmal, 18. Mai 1495, nennt der Vogt von Biirglen sich „Con-ratt Rappenstain genant Motili" etc. Vgl. Beilage.
2 ) Vgl. dessen Brief an Zürich, seinen Handel mit Hauptmann KlausVokinger vonUntervvalden, betreffend vom 5. September 1532. (St.-A. Zürich,Akten fremde Personen.) Er hatte sich bei Kappel ausgezeichnet und denHans Schönbrunner von Zug zum Gefangenen gemacht. Schreiben an Zü-rich d. 30. Mai 1534. (I. c.) Früher war er in französischen Diensten, hattewie es scheint, Soldansprachen an Frankreich und fing im August 1536 alsRepressalie auf Graubündnerboden einen französischen Hauptmann, den eran Oesterreich verkaufte. Das führte zu ernsten politischen VerwicklungenGraubündens mit Oesterreich. In der Folge im Dezember 1537 fing erwiederum zwei französische Studenten der Universität Basel und töteteeinen dritten, einen Herrn de Rochefort, als er sich verteidigte. Drei Brü-der von Sickingen und einige andere deutsche Adelige leisteten ihm Vorschub,und auf dem Schlosse Schwarzenberg fand er Schutz und Zuflucht. Alsendlich die vorderösterreichische Regierung auf ernstliche Klage der Eid-genossen gegen ihn vorging, entfloh er. Aber er entging seinem Schicksalnicht und ward wegen anderer Gewaltthaten am 25. August 1554 enthaup-tet. Vgl. Amtl. Samml. IV, 1 c, S. 750, 758, 761, 833, 911, 913, 922,930,953, 1023. Paul v. Stetten, Chronik der Stdt. Augsburg, S. 508.
3 ) Pupikofer, Gesch. d. Thurgaus II. S. 59 (alte Ausgabe) und Thur-gauer Beiträge, IV/V, S. 76 und 181.
4 ) Gefäll. Mitteil, von Hrn. Labhart im Staatsarchiv Zürich.