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Die Familie vom Rappenstein genannt Mötteli und ihre Beziehungen zur Schweiz
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Vorwort

U nter jenen unerfreulichen Aktionen der Eidgenossen, diefür die achtziger Jahre des fünfzehnten Jahrhundertscharakteristisch sind, nimmt der Möttelihandel nicht die ge-ringste Stelle ein.

Von den verwandten Fällen einer durch Bestechung undLeichtgläubigkeit durchgesetzten eifrigen Parteinahme derSchweizer zu gunsten zweifelhafter fremder Persönlichkeiten,sind der Kollerhandel 1 ) und der Prozess des Klaus Ring 2 ) längstdurch die gewandte Feder Theodors von Liebenau geschildertworden, und auch das bezeichnendste Beispiel dieser Art, derStreithandel des Richard von Hohenburg, hat in jüngster Zeiteinen vorzüglichen Darsteller gefunden. 3 ) Nur der Mötteli-handel musste bisher auf eine umfassende kritische Bearbei-tung warten. Auf schweizerischer Seite haben sich in neuererZeit einzig polemische Schriftsteller mit ihm beschäftigt.

Rochholz in seiner „Schweizerlegende von Bruder Klausvon Fltie" und in seinen „Dokumenten aus Bruder Klausenspolitischer Wirksamkeit", 4 ) hat im gewohnten pamphletärenTone auch den „Möttelihandel" herangezogen; ihm hat Ming imIV. Bande seines „Sei. Nikiaus von Flüe" in nicht viel unbe-fangenerer Weise entgegnet. Ich will mit beiden über ihre An-sichten nicht rechten und enthalte mich in den nachfolgendenAuseinandersetzungen jeder Parteinahme zu des einen oderandern gunsten.

') „Kaspar Kollers Streithandel mit Herzog Sigmund von Oesterreich.'Kath. Schweizerhlätter 1870, S. 61 ff.

2 ) Nikiaus Ring von Luzern. Sonderabzug aus den Monatrosen deskath. Schweiz. Studentenvereins. 1870.

"J Beiträge zur Landes- u. Volkskunde von Elsass-Lothringen, XVI. Heft.Der letzte Puller von Hohenburg von Dr. Heinr. Witte. Strassburg 1893.

4 ) Aarau, H. Sauerländer, 1875. Sonderabdruck aus dem Schweizer-boten, 134- 138.