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Rudolf der Aeltere und Liitfrid Mötteli. — Lehrjahre in Spanien. — Aus-tritt aus der grossen Ravenshurger Gesellschaft und Gründung eines Kon-kurrenzgeschäftes in Spanien. — Hans und Rudolf Mötteli, die Jüngern. —Ihre Lehrjahre. — Ihr Prozess mit den Oheimen. — Das Aufkommen desBeinamens „vom Rappenstein".
I n dem St. Gallischen Bürgerrechtsvertrag Hans Möttelis wer-den auch seine Brüder erwähnt. Wir kennen von diesenmit Bestimmtheit nur Rudolf und den illegitim gehornen Lüt-fried; 1 ) vielleicht ist aber auch Glaus Mötteli, der Stammhalterder Ravensburger Linie, als ein Sohn Rudolf des Alten an-zusehen.
Rudolf, der sich schon frühe zum Unterschied von einemgleichnamigen Neffen, den Beinamen des Aeltern beigelegt, er-scheint seit dem Tode seines Bruders Hans Mötteli als aner-kanntes Haupt der Familie. Der Tradition seines Hauses folgend,hatte er kaufmännische Bildung genossen und seine Lehrzeit imDienste der Gompagnia grande in Süd-Frankreich und wahr-scheinlich auch in Spanien durchgemacht.
Die Humpissgesellschaft hatte damals bereits in Genuafesten Fuss gefasst, und der Geschichtschreiber der Gesellschaftglaubte in Genua und Nizza ihre Hafenplätze für den Transitnach Spanien sehen zu müssen. 2 )
Aus unsern Akten geht hervor, dass damals auch Avignoneine wichtige Zwischenstation ihres spanischen Handels war,und daraus möchte ich schliessen, dass die Ravenshurger wohlzumeist mit ihren Waren die Wasserstrasse der Rhone ein-schlugen. Es war dies unbestritten die geradeste Linie. Avignonwird man als Endpunkt des Schiffsweges betrachten müssen,da die untersten Partien der Rhone noch heute sehr schwierigund gefährlich zu befahren sind.
') Rudolfs Solm, Jakob, nennt ihn später mehrmals seinen „natür-lichen" Vetter. — Z. B. in Briefen vom 4., 12.. 18. April 1486 und 29. No-vember 1487. Stdt.-A. St. Gallen, Tr. T No. 13 b. d. f.
2 ) Heyd, Beitr. zur Geschichte des deutschen Handels, loc. cit. S. 32und S. 33.