166
Die Fortsetzung des Prozesses ward auf den 25. Februarangesetzt, aber wegen plötzlicher Erkrankung Joachims musstedieser Tag verschoben werden; schon sieben Tage darnach, am4. März, starb der Gerichtsherr von Pfyn auf Sulzberg, demSchlosse seines Bruders, wohin er sich vielleicht schon wäh-rend der Streitigkeiten mit seinen Unterthanen begeben hatte. l )Joachim vom Rappenstein genannt Mötteli hinterliess keineehlichen Kinder 2 ); sein Bruder Beat Paiclolf trat das Erbe anund erschien schon am 6. Mai 1549 als Gerichtsherr von Pfynzu Frauenfeld im Prozesse gegen den Dompropst. 3 )
Beat Rudolf von Rappenstein, der jüngere Sohn Jakobswar 1518 zu St. Gallen Bürger geworden, liess sich als Mit-glied der Adelsgenossen des Notfeststeins aufnehmen 4 ) undward im Jahre 1523 in den Rat gewählt, resignierte abernoch im gleichen Jahre auf diese Würde. 5 ) Infolge der Re-formation verzichtete er später am 27. August 1532 auf seinBürgerrecht und trat alsdann in den Verband der adeligenGotteshausmänner der Abtei St. Gallen. c )
Schon ca. 1520 sass Beat Rudolf auf Sulzberg 7 ); durchseine Gemahlin Regina Schittli von St. Gallen, die gleich ihm
J ) An der Kirche zu Goldach, an der Mittagseite, ist sein Grabsteinnoch zu sehen. Näf II. giebt eine ganz gute Abbildung davon. In archi-tektonischer, oben rundbogig abschliessender Renaissanceumrahmung stehtdas etwas barocke Wappen; darunter eine Schriftrolle mit der Legende:„Hie lit begraben der edelvnd vestJoachin (sie) | von Rappenstain gena| nttMöteljn der starb uf |menttag nach der herren Fastnacht 1549 den gotbegnad|".
2 ) Im Bürgerrechtsbrief mit Winterthur werden auch Kinder erwähnt,dieselben sind offenbar jung gestorben. Dagegen wird am 29. September1534 ein uneheliches Töchterchen Joachims der Leibeigenschaft enthoben,weil es geistlich werden will. Absch. Baden. Amtl. Samml. IV, 1 c, S. 409.
") „Landtgericbtlicher Prozeß zu Frouwenfäld gehalten anno 1549."St.-A. Zürich; B VIII 316.
4 ) 6 ) Näf II S. 268 und 396. Vgl. dazu das Steuerbuch v. J. 1531 imStdt.-A. St. Gallen : Die sind die so genampt sturen gend: Batt RudolfMötily 21 17 ß 6 (d).
5 ) Dieses Jahr 1523 gibt das „Regiment-Buch I. Teil" im Stdt.-A.
St. Gallen. Näf 1. c. giebt das Datum 1526.
; ) Nach Näf 1. c. verpfändete er 1520 gemeinsam mit seinem BruderJoachim die Güter zu Sulzberg einer Edelfrau von Roggwil zu Konstanz.