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Stadt, von der am kaiserlichen Kammergericht wegen JakobMötteli wider sie erkannten Acht und den diesbezüglichenProzessen absolviert wird, trägt das Datum des 2. Dezember1486. ')
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In der Schweiz war der Möttelihandel bald vergessen,das Interesse an der Sache war völlig erloschen, nachdem sieeinmal auf den Erzherzog veranlasset war; kein einziger zeit-genössischer Chronist — weder Schilling und Edlibach, nochRüss, Etterli oder der Luzerner Schilling — berichtet etwasvon der Lindauer Fehde und der drohenden Kriegsgefahr fürdie Schweiz. Erst Anshelm giebt mit Benutzung der Abschiedeeine kurze Darstellung des Lindauer Handels, und Vadian, derneben Jakobs Sohn im Rate zu St. Gallen sass, ergreift leb-haft die Partei der Mötteli und will die ganze Schuld aufdie Habsucht des Landvogts Hans Truchsess laden. 2 )
Viel tiefern Eindruck als in der Eidgenossenschaft, woderartige aufregende Ereignisse sich drängten, hinterliess derMöttelihandel in Lindau und seiner Nachbarschaft. — Dieabenteuerlichsten Gerüchte von Mordbrennerbanden im Soldederünterwaldner erschreckten die vorderösterreichischen Städte.Schon im Januar 1486 hatten drei zu Feldkirch Gefangenebekannt, von Unterwaiden um 50 Gulden gedungen zu sein,die Städte Lindau, Feldkirch, Rregenz, Bludenz und Mörsburgzu verbrennen. Mit unbegreiflicher Hast hatte man die Misse-thäter zum Tode gebracht und den Wunsch der Tagsatzungum Aufschub der Hinrichtung, damit die Eidgenossen ihreUnschuld darthun konnten, nicht berücksichtigt. 3 ) — Weitherum wurde der Obwaldner Landammann Hans von Fliie, der
') Ghmel Regesta Friderici imp. II. S. 729 No. 7879.
2 J Bemerkenswert ist, dass die beiden Söhne Jakob Möttelis geradezur Zeit als Vadian seine Chronik schrieb, mit den Truchsessen von Wald-burg langwierige Prozesse führten. Vgl. unten.
3 ) Absch. Zürich v. 9. Januar i486. Amtl. Samml. III, 1. No. 226.■Silberysen Chron. II. S. 4a Mskpt. in der Kantons-Bibliothek in Aarau.Vgl. weiters Amtl. Samml. III. S. 229.