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Die Familie vom Rappenstein genannt Mötteli und ihre Beziehungen zur Schweiz
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den von Unterwaiden wurde je ein besiegeltes Original diesesAbschiedes zugestellt. 4 )

Allein der Kaiser zögerte, den von seinen Abgeordneteneingegangenen Vertrag zu bestätigen. Es wäre gewiss wertvollzu wissen, was für andere Motive den sonst so schwachenFriedrich zu so unnachgiebigem zähem Verhalten bewogen,wenn es nicht die Geldsäcke Möttelis waren, die den armen,stets geldbedürftigen Kaiser lüstern machten. Seine Briefe undseine Boten legen immer das Hauptgewicht auf seine Ansprachenund Forderungen an Jakob Mötteli und erwähnen nur aus-nahmsweise dessen Missethaten. Die Lindauer liessen sich zwardie 10000 Gulden vertrösten, ohne aber die daran geknüpfteBedingung zu erfüllen, Mötteli sofort in Freiheit zu setzen. 2 )Darob ergrimmten die Unterwaldner so, dass sie sofortwieder offen rüsteten; mit bitterer Klage wandten sich deshalbdie österreichischen Räte am 14. September an die Tagsatzung. 3 )Oesterreich begann sich nunmehr der schirmverwandtenStadt ernsthaft anzunehmen und verhandelte wohl schon da-mals mit Lindau über einen geheimen gegenseitigen, auf zehnJahre gültigen Hilfsvertrag gegen die Eidgenossen, der am15. Oktober zu stände kam. 4 ) Die Mehrheit der eidgenössischenStände zeigte aber keine Lust zum Kriege, auf einer ausser-ordentlichen Tagsatzung zu Brunnen wurde vor die Gemeinden

l ) Urkunde der eidgenöss. Boten auf dem Tage zu Zürich, besiegeltmit dem Zürcher Sekretsiegel und gegeben „vff mentag nach sant Bartliolo-meustag apostoli anno etc. lxxxv t0 . Gleiehz. Kopien St.-A. Zürich , Absch.B. VIII. 81. S. 130 a/b. und ebendaselbst Tsclmdische Dokumentensamml.Tom. II. B. VIII. 269, No. 139. — Die „Allgemeinen Abschiede" in St.-A.Litzern. fassen S. 281 den Inhalt dieser Urkunde in ein kürzeres Regest zu-sammen. Vgl. dazu Amtl. Samml. III, 1, S. 217, No. 243 c.

z ) Wieder war es Peter Andres, der, gegen grosse Verheissungen andie Bürgen, die Sache zuwege brachte. Die Vertröstung der 10000 Guldengeht auch aus einer Vollmacht hervor, die Mötteli am ersten Tag desJahres 1486 seinem Vetter Jakob Muntprat behufs Empfang von Geldernund Wahrung aller seiner Rechte ausstellte. (Primbs 1. c. S. 159.)

3 ) Absch. Baden „Crucis exaltacionis" „Der von Lindow halb erklagensy sich das die wider den ewigen bericht vnd erlanngt vrteilen gevecht vndwider sy gehanndellt werde." Vgl. Amtl. Samml. III, 1, S. 218, No. 245 h.

4 )7T. K. Geh. Archiv. Lichnoivsky, Geschichte des Hauses Habsburg 8.S. DC.IV, No. 755; auch die Atmales Lindavienses des Ulrich Güller erwähnendieses Bündnisses z. J. 1485.