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Die Familie vom Rappenstein genannt Mötteli und ihre Beziehungen zur Schweiz
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Er erzeigte sich äusserst gnädig gegen die Bürger, erklärteder Aebtissin, die sich über die Verletzung ihrer Privilegienbeklagte, dass die Herausholung Möttelis aus der Freiung seinkaiserlicher Wille gewesen, doch stellte er ihr einen Brief aus,dass dieser einzelne Fall der Asylfreiheit des Stiftes unnachteiligsein solle. 1 ) Sicherlich fanden damals auch weitere Verhand-lungen in der Mötteli-Angelegenheit zwischen dem Kaiser unddem städtischen Magistrate statt, doch sind wir hierüber nurauf Vermutungen angewiesen.

Ein lindauisches Schiff führte den Kaiser am 9. Augustnach Konstanz, wo er unter Glockengeläute von vielen Schiffenabgeholt und durch die Geistlichkeit und die Burgerschaft feier-lich empfangen ward. Eine ganze Woche lang, bis zum 16. Au-gust, blieb Friedrich in der alten Bischofstadt, an den Grenzendes eidgenössischen Gebietes. 2 ) Darauf gründeten Ulrich vonIlohensax und einige andere eifrige Anhänger Möttelis, Melchiorvon Hohenlandenberg, Bartholome Heidenheimer und der bereitsgenannte Peter Andres von Aldendorf einen verwegenen Plan.

Als der Kaiser in jenen Tagen einst mit seinem Gefolgedie Insel Reichenau besuchte, legten sie sich mit etwa zwei-hundert Gesellen in einen Hinterhalt und nahmen einen Dienerdes Kaisers, Jörg Moisse, der sich in einer Kapelle verspätethatte, gefangen und führten ihn nach Altenklingen, der festenBurg des Hans von Breiten!andenberg. Das Attentat soll aufdie Person des Pmichsoberhauptes selbst gerichtet gewesen undnur durch Zufall der Diener statt des Herrn in die Hände derWegelagerer geraten sein; 3 ) jedenfalls aber erreichten diese ihre

9 Der Brief trug das Datum: „ zu Lindau am 6. Tag des MonatsAugust 1400 und im SSsten, unserer Reiche: des Römischen im 46., desKeysertums im 34. und des Ungr. im 27. Jahr." JB. Rönich Annales Lind.Tom. I. 306 Mscpt. 18. Jahrh. Stadtbibliothek Lindau (eine sehr ungeschickteKompilation aus Lynus und Anonymus).

2 ) Joli. Fr id. Speth: „Constantini M. tria arcus trhimphalis typus perinsignis Arconianae metropolis Constantiae etc. oder dreytheilige Beschrey-bung der .... Stadt Constantz." Const. 1733 S. 328/329. Das lindauischeSchiff, das den Kaiser nach Konstanz gebracht, blieb während seines dor-tigen Aufenthaltes auf des Kaisers Befehl zu seiner Verfügung und führteam 16. August denselben wieder aus Konstanz fort nach der Mainau. (1. c.)

3 ) Anshelm, der dem Ereignis zeitlich am nächsten steht und leicht