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Die Familie vom Rappenstein genannt Mötteli und ihre Beziehungen zur Schweiz
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Piudolf Mötteli der Aeltere konnte sich der letztern Ver-fügung nicht mehr lange freuen; schon vor dem 22. Juli 1.482ist er zu seinen Vätern eingegangen. Gram und Aerger überseine Gefangenschaft mögen das Ende des greisen Mannes be-schleunigt haben.') Sein Tod hatte keinen weitern Einflussauf den Gang des Prozesses. Nach wie vor sehen wir clenLäufer von Luzern nach Lindau und nach Unterwaiden eilen;die knappen Notizen der luzernischen Umgeldbücher gestattenaber leider keinen Blick hinter die Coulissen und lassen unsnur vermuten, dass Luzern besonders eifrig clen friedlichenAusgleich der Sache betrieb. ~)

Verwunderlich dagegen ist die Haltung Zürichs. Da imVergleich zwischen Lindau und clen Mötteli die InterventionErzherzog Sigmunds beim Kaiser vorgesehen wurde, so ver-sprach am 22. Juli 1482 die Tagsatzung clen Unterwalclnern,die Angelegenheit Möttelis dem Erzherzog zu empfehlen undbezeichnete als Gesandten im Namen gemeiner Eidgenossen-

ernstliches Anrufen der Mötteli nicht nur die Auslieferung an den Landvogtabgelehnt worden, sondern entweder überhaupt keine eigentliche Gefangen-nahme erfolgt, oder sofort wieder die so bedingte Freilassung stattgefundenhabe. Die schweizerischen Quellen sprechen aber so deutlich und bestimmtvon einer Gefangenhaltung, dass ich mich der Ueberzeugung nicht ver-schliessen kann, die Freilassung gegen den in den Quellen oft erwähntenEid, nicht zu entfliehen, sei eben eine Folge des geplanten Freischarenzugesund der zweiten eidgenössischen Gesandtschaft, d. b. ein Teil jenes er-wähnten Abschiedes zwischen der Stadt Lindau und den Mötteli. — Esmotiviert dies auch das längere Schweigen der Tagsatzungsabschiede (vom22. Juli 1482 bis 7. Januar 1483), da natürlich durch die Freilassung eineBeruhigung der Gemüter eintreten musste!

') Das Todesdatum lässt sich nicht genau fixieren. Der Abschied vom2. Mai redet noch von den „Mettelinen", derjenige vom 20. Mai und vom22. Juli von „ Mötteli \ dagegen bezeugt der letztere, dass das Vorkommnisszwischen Lindau und den „ Müttelinen" aufgerichtet worden, und doch kanndieses kaum vor dem 20. Mai geschehen sein.

2 ) St.-A. Luzern. Umgeldbuch 1482 „ post nativitatis Cristy": vffsams-ta,g nach Pfingsten (4. Juni) jtem ij lib. i ß dem Müller by dem louff ganLindow; jtem viij ß Hans Brüder gan Vnderwalden ob dem Wald ein louffvnd „schifflon. Umgeldbuch 1482 „post Johanne (sie) Bapttiste" : „sabatonach Vlrici (6. Juli) sabato vor Margareta (13. Juli) jtem iiij lib. AndresFeissen vff den louff gan LindSw, jtem vj plt. Vly zur Müly als er mit LudySeiler^gan Vnderwalden was," „vff Samstag sant Andrestag (30. Nov.) jtemv ß loufi'erlon gan Stans."