sie Tag ansetzen, weil sie ihn, Mötteli, gerne zu Recht fördernwollten. J )
Der eine oder andere dieser Prozesse dürfte vielleichtden Anlass zur Verhaftung der beiden Mötteli in Lindauund infolge dessen zum berüchtigten „Möttelihandel" gegebenhaben.
Die Eidgenossen auf dem Tage zu Zürich waren von derVerantwortung Lindaus nicht recht befriedigt. Sie beschlossenauf die Relation der Gesandten hin, die Sache weiter an dieHand zu nehmen, und ersuchten alle Orte, auf den nächst-folgenden Tag ihre Boten mit genügender Vollmacht auszu-statten. 2 )
Zweifellos war Unterwaiden die Seele dieser Interventionzu gunsten Rudolf Möttelis und seines Sohnes. Das Landrechtvon Unterwaiden war ja das einzige Band, das die Möttelinoch mit der Eidgenossenschaft verknüpfte. Wie eifrig Unter-walden sich seiner auswärtigen Landleute annahm, ohne dieGerechtigkeit ihrer Sache lange und gewissenhaft zu prüfen,hatte bereits der Kollerhandel gezeigt, der damals schon sechs-zehn Jahre gedauert, aber sein für die unterwaldnerischen Staats-männer so beschämendes Ende noch nicht gefunden hatte. 3 )
Gerade der Kollerhandel halte eine Ernüchterung der ein-sichtigem schweizerischen Politiker in solchen Fragen gezeitigt.Schon 1468 war der Tagsatzung ein diesbezüglicher Entwurfvorgelegen, der auch eine Bestimmung enthielt, wonach das
d Stdt.-A. Konstanz, Missivenbuch 1481—82 S. 17 „vff Donrstag vordem sonntag Reminiscere anno dni. ete. lxxxij do -"
2 ) Abschied Zürich „ vff Donstag nach sant Philipp vnd Jacobs tag"(2. Mai) 1482. — „Vt'f disem tage sind die potten, so von der Mettelinenwegen gen Lindbw von minen herren den eydgnossen geuertiget, komenvnd erscheint die menigfaltigen antwurten so inen von den von Lindowvff ir empfelch etc. Daruff ist geratslaget das ein jeder bott das heimbringen(sie) als sy des bericht sind vnd vff dem nechst gehaltnen tage darumbgeantwurt werden soll vnd das mit vollem gewalt fürer darinn gehandeltwerde." St.-A. Luzern. Allgem. Absch. B. S. 237. — Amtl. Samml. III 1,S. 120 No. 141 c ungenau.
3 ) Vgl. Theodor v. Liebenau „Kaspar Kollers Streithandel mit HerzogSigmund von Oesterreich" und auch die in der Auffassung abweichendepolemisch gehaltene Darstellung im IV. Band des „Sei. Nikiaus von Flüe".von Ming, Luzern, Räber 1878. S. 68—148.