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Die Familie vom Rappenstein genannt Mötteli und ihre Beziehungen zur Schweiz
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fahren, dass beide Brüder in Barcelona und Saragossa in denHäusern ihrer Oheime gewohnt und zu Valenzia und Granadaauf deren Kosten gelebt haben. Die altern Mötteli versichernuns, sie hätten ihre Neffen wie eigene leibliche Söhne gehalten;Hans wenigstens erscheint in recht selbständiger Stellung.

Er machte sogar auf Geschäftskosten Hochzeitsgeschenkeund gab einmal ohne Vorwissen seiner Prinzipale ein glänzendesGastmahl, angeblich, um sich damit eine reiche Frau zu er-obern. Vielleicht hat das Misslingen dieses letztern Planesihm die kaufmännische Garriere verleidet, zudem floss ein Teildes ritterlichen Blutes seiner mütterlichen Ahnen, der Truch-sesse von Diessenhofen, in seinen Adern. Hans Mötteli ver-liess Spanien und kehrte in seine deutsche Heimat zurück:sein Bruder Rudolf schloss sich ihm an oder folgte bald nach. J )

Im Jahre 1462 hat sich der Kaufmann in einen Reisläuferverwandelt. Hans ist in die Dienste des Markgrafen Karl vonBaden getreten und wird mit seinem Herrn und mehr als vierzig

') Die Datierung all dieser Ereignisse ist etwas verworren, denn trotzdes kaufmännischen Talents der Mötteli sind ihre Zahlenangaben rechtschwankend. Am 29. Januar 1483 erscheint Hans Mötteli, der Vater, zumletzten Male. Hans der Sohn wurde nachweisbar erst nach dessen Todevon seinen Oheimen der kaufmännischen Thatigkeit zugeführt und zwarkam er zuerst zur Ravensburger Gesellschaft, was gewiss den sichern Schlussgestattet, dass damals der Austritt Rudolfs und Lütfrieds aus derselben nochnicht stattgefunden.

Nun behauptet einmal der ältere Rudolf Mötteli, die Neffen hätten6 bis 8 Jahre bei ihm gedient; ein anderes Mal redet er von fünf Jahren.Das Luzerner Ratsprotokoll vom Mittw. n. Invoc. 1469 meldet sogar von14 (xiiij), [olfenbar verschrieben statt 9 (viiij)] Dienstjahren Hansens. Nimmtman nun an, Hans Mötteli, der Vogt von Arbon, sei noch im Laufe desJahres 1153 gestorben, sein Sohn Hans unmittelbar hernach in den Dienstder Humpissgesellschaft getreten, bald darauf sei die Gründung des Kon-kurrenzgeschäftes erfolgt, vielleicht noch im gleichen, vielleicht im folgendenJahre 1454, worauf Hans dorthin übergetreten und 8 Jahre dageblieben,so ergiebt sich als Zeitpunkt der Heimkehr das Jahr 1461 oder 1462. Da-mit stimmt vorzüglich die Thatsache, dass er im Juni 1462 wieder in Deutsch-land nachweisbar ist; die widersprechende Angabe der oft citierten ano-nymen Lindauer Geschlechtsregister (Art. Mötteli), dass „Hanss der Jung .. .Möttelin a° 1448" der Ravensburger Gesellschaft gedient, kann bei derPosteriorität der Quelle kaum schwer ins Gewicht fallen. Sonderbar bleibtaber, dass schon im St. Galler Steuerbuch von 1460 „junker H. Mötteli"und „junker Rudolf Möttyly" erscheinen, doch mag in dieses Jahr ihreMündigkeitserklärung fallen. (?) — Die Quelle für alles Oberzählte sind dieals Beilage III abgedruckten Aktenstücke.